Falsche Beckengröße
Erstmal klein anfangen. Das ist zwar für jeden Beginn eines neuen Hobbys grundsätzlich ein guter Vorsatz. Was die Beckengröße angeht, solltest du ihn dir aber aus dem Kopf schlagen. Man kann schnell dem Trugschluss erliegen, dass ein kleineres Aquarium einfacher zu pflegen ist. Das stimmt aber nicht, im Gegenteil: Je größer das Becken ist, desto einfacher ist es, das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. In Nano-Aquarien können bei der geringen Wassermenge Schwankungen der Wasserwerte nicht adäquat ausgeglichen werden. Die Folge sind Algenblüten, Bakterienblüten und das "Kippen" des Wassers. Wähle für dein erstes Aquarium also lieber ein mittelgroßes Becken, dann tust du dir leichter.
Selbst gesammelte Steine einsetzen
Hardscape, also Steine und Wurzeln zur Deko, aus dem Fachhandel sind teuer. Da es liegt es nahe, sich im eigenen Garten oder der Natur nach schönen Steinen umzusehen. Das solltest du aber auf keinen Fall tun! Denn nicht jede Gesteinsart verhält sich wasserneutral. Besonders Kalkhaltige Steine, wie Kalkstein oder Marmor geben große Mengen Kalk an das Wasser ab und härten es so auf. Besser eigenen sich wasserneutrale Gesteine, wie Lava, Basalt, Diabas oder Schiefer. Da man aber mindestens Hobbygeologe sein müsste, um sicher zu identifizieren, welches Gestein man am Wegesrand gefunden hat, geht man gerade als Anfänger lieber auf Nummer sicher und wählt Hardscape aus dem Fachhandel. Wenn du mehr zur Tauglichkeit verschiedener Gesteinsarten im Aquarium wissen willst, kannst du in unseren Beitrag weiterlesen.
Den falschen Bodengrund wählen
Ob Sand oder Kies der Bodengrund der Wahl ist, hängt nicht nur von deinem persönlichen Geschmack ab, sondern auch von deinem Besatz. Bestimmte Fischarten bevorzugen entweder feineren oder gröberen Bodengrund. Gründelnde Fische brauchen zum Beispiel einen gerundeten Bodengrund, damit sie sich nicht an scharfen Kanten verletzen. Wenn du nicht weißt, welche Sand- oder Kieskörnung deine Tiere bevorzugen, erkundige dich am besten beim Züchter.
Sand und Kies haben aber auch unabhängig von der Präferenz deines Besatzes einige Vor- und Nachteile, was Pflegeaufwand, Pflanzenwachstum und Co. angeht. Wenn du mehr zu den Unterschieden von Aquariumsand und Aquariumkies wissen willst, lies gern in unserem Blog nach.
Starterbakterien nicht anfüttern
Im Fachhandel sind vermutlich Starterbakterien ans Herz gelegt worden, die die Wasserwerte schneller ins Lot bringen und dein Aquarium schneller Einsatzbereit machen. Dabei gibt man Bakterienkulturen in einem Nährmedium direkt ins Wasser, so dass sich diese nicht erst neu bilden müssen. Die so eingebrachten Bakterien brauchen aber Nahrung, die sie in einem Aquarium ohne Tiere nicht finden. Es ist deshalb wichtig, die Starterbakterien anzufüttern, damit sie nicht gleich wieder absterben. Gib dazu ein paar wenige Futterflocken pro Woche ins Wasser.
Besatz zu schnell einsetzen
Das Aquarium ist ein kleines Ökosystem, indem Wasser, Tiere, Pflanzen, Bakterien und Co. im Gleichgewicht sein müssen. Bis sich das Gleichgewicht in einem neuen Aquarium einstellt, dauert es eine Weile. Das kann besonders als Anfänger frustrierend sein, da man am liebsten sofort die sorgfältig ausgewählten Tiere einsetzen möchte. Zum Wohle des Besatzes sollte man diesen aber erst nach abgeschlossener Einfahrphase einsetzen. Wie lang die Einfahrphase dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Du kannst aber von mindestens 3-4 Wochen rechnen. Eine ausführliche Anleitung zur Einfahrphase findest du ebenfalls in unserem Blog. Übrigens verkürzt auch das häufig angepriesene "Impfen" des Wassers mit Wasser aus einem alten Aquarium die Einfahrphase nicht. Warum altes Wasser die Einfahrphase nicht ersetzt, liest du in einem anderen Beitrag.
Wenn die Einfahrphase endlich abgeschlossen ist und die Wasserwerte stimmen, solltest du nicht alle Tiere zugleich einsetzen. Fange mit wenigen Fischen an und beobachte die Wasserwerte. Das bakterielle Gleichgewicht ist zu Anfang noch recht instabil. Mit jedem Fisch steigt das Nährstoffangebot, dass den Bakterien im Becken zur Verfügung steht. Daran muss sich die Bakterienpopulation erst einmal anpassen. Wenn die Wasserwerte nach dem Einsetzen der ersten Tiere stabil bleiben, kannst du nach und nach weitere Tiere ins Becken setzen.