Warum ist das Bodenleben wichtig?
Wusstest du, dass in nur einem Gramm Erde Milliarden von Mikroorganismen leben? Und nicht nur die: Auch Regenwürmer, Asseln, Pilze und viele andere Lebewesen machen unseren Boden zu einem wichtigen Lebensraum. Dabei hat das Bodenleben für uns Menschen eine elementare Bedeutung. Die Bodenorganismen erfüllen nämlich wichtige Funktionen im Boden: Sie tragen maßgeblich zur Humusbildung bei, sorgen für eine lockere Bodenstruktur und damit für eine bessere Speicherfähigkeit des Bodens für Nährstoffe und Wasser. All das tun sie, indem sie abgestorbenes organisches Material – also Pflanzenteile, Erntereste, tote Tierchen und Co. – zersetzen und daraus wieder Nährstoffe für Pflanzen machen.
Doch auch mineralische Substanzen, also Gesteine, wird von dem Bodenlebewesen umgesetzt. So holen sie Minerale aus dem Gestein im Boden heraus, profitieren dabei von den chemischen Verwitterungsprozessen des Gesteins und beschleunigen diese aktiv. Die herausgelösten Minerale und die verwerteten organischen Materialien verbinden die Bodenlebewesen, hauptsächlich Regenwürmer, zu sogenannten Ton-Humus-Komplexen und bauen so eine fruchtbare, krümelige Bodenschicht auf.
Warum das wichig ist? Schätzungen zufolge sind weltweit bereits ein Drittel der Böden degradiert. Schuld daran sind Bodenerosion, -verdichtung, -versauerung und Belastung mit chemischen (Schad-)stoffen, unter anderem aus Pflanzenschutzmitteln und Kunstdüngern. Auch viele unserer Gartenböden sind von der Bodendegradierung betroffen. Doch keine Sorge, du kannst etwas dagegen tun und das Bodenleben stärken. Dazu schauen wir uns aber zuerst an, was da eigentlich alles in unseren Böden lebt.
Foto von Hans / pixabay.com
Was lebt da alles im Boden?
Die Gesamtheit der Bodenlebewesen nennt man Edaphon. Dazu gehören Tierchen verschiedener Größen.
Beginnen wir bei den kleinsten Kandidaten, den Mikroorganismen: Bakterien, Pilze und Algen. Sie machen zahlenmäßig den größten Anteil an Bodenlebewesen aus, auch wenn wir sie nicht sehen können.
Es folgt die Gruppe der Mikrofauna, Lebewesen von maximal 0,2 Milimetern. Zu ihnen gehören Einzeller und kleine Fadenwürmer, namentlich Wimperntierchen, Wurzelfüßer und Geißeltierchen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pilzen und Bakterien und setzen durch ihre Ausscheidungen Nährstoffe frei, die die Pflanzen über die Wurzeln aufnehmen können.
Die Mikrofauna dient wiederum als Beute für die Mesofauna. Dazu zählen Fadenwürmer, Milben, Springschwänze und Rädertiere. Sie alle sind kleiner als zwei bis vier Millimeter, leisten aber trotzdem wichtige Arbeit. Sie binden nämlich Nährstoffe und Wasser im Boden und regulieren so das Mikro-Ökosystem.
Du hast es vielleicht schon gemerkt: Unter den Bodenlebewesen stellen die kleineren Gruppen die Beute für die größeren Gruppen dar. So ergeht es der Mesofauna auch mit der nächst größeren Gruppe der Makrofauna. Das sind Borstenwürmer, Spinnen, Asseln, Schnecken, Vielfüßler, Käfer, Larven und natürlich der Regenwurm. Sie sind zwischen zwei Millimeter und acht Zentimeter groß und verspeisen bei dieser Größe viele der kleineren Bodenlebewesen, aber auch pflanzliches abgestorbenes Material. Sie räumen quasi im Boden auf. Regenwürmern kommt dabei eine besondere Rolle zu, auf die wir nachher noch zusprechen kommen.
Die Fressfeinde von Regenwurm, Assel, Schnecke und Co. sind widerrum Maulwurf, Spitzmaus und andere bodenwühlende Nager: die Megafauna.
Foto von siebeckdotcom / pixabay.com
Die wichtigsten Bodenbewohner erklärt
Bakterien
Zusammen mit Pilzen machen Bakterien rund drei Viertel der Masse an Bodenlebewesen aus. Sie leben vor allem in den Wurzelbereichen der Pflanzen, der sogenannten Rhizosphäre. Es gibt verschiedene Arten von Bakterien, von denen zwei besonders erwähnenswert sind.
Die zersetzenden Bakterien können selbst nur sehr schwer abbaubare Bodenbestandteile zersetzen. Sie sind vor allem in basischen Böden aktiv und speichern in ihren Zellen große Mengen an Stickstoff, die den Pflanzen so in ihrem Wurzelbereich erhalten bleiben.
Die zweite wichtige Gruppe unter den Bakterien sind die Mutualisten. Sie schließen symbiotische Partnerschaften mit bestimmten Pflanzenarten. Du kennst vielleicht die Knöllchenbakterien, die an den Wurzeln von Hülsenfrüchen (Leguminosen) zu sehen sind? Das ist so eine Symbiose. Die mutualistischen Bakterien werden von den Wurzelausscheidungen der Leguminosen angelockt und dringen in deren Wurzeln ein. Dort leben sie dann in den charakteristischen Knöllchen und wandeln den in der Luft enthaltenen Stickstoff in eine pflanzenverfügbare Form um.
Der Boden profitiert also von den Bakterien, da sie organischen Abfall zersetzen, Nährstoffe im Boden binden und gleichzeitig als Nahrung für größere Bodenlebenwesen dienen.
Pilze
Was für landwirtschaftliche Flächen, Beete und offene Flächen die Bakterien sind, sind für Waldboden und trockene Naturräume die Pilze. Sie bestehen aus winzigen Zellen, die sich zu langen Fasern ausbilden und so den Boden als mikroskopisches Geflech durchziehen, dem sogenannten Myzel. Auch hier gibt es zersetzende und mutualistische Vertreter.
Die Zersetzer bauen organische Substanz ab und sorgen so für den so wichtigen Dauerhumus. Dabei speichern sie Nährstoffe, der so vor Auswaschung in tiefere Erdschichten geschützt ist.
Du hast sicher schon mal von Mykorrhiza gehört, einer Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen. Rund 90 Prozent aller Landpflanzen stehen mit einem dieser mutualistischen Pilze in Symbiose.
© KYTan / shutterstock.com
Regenwürmer
Regenwürmer sind nicht nur eines der bekanntesten, sondern auch eines der wichtigsten Bodenlebewesen. Sie sind in der Lage, den Boden komplett umzugestalten. Bei der sogenannten Bioturbation arbeitet der Regenwurm den Boden buchstäblich einmal komplett um. Deshalb kannst du dich besonders freuen, wenn du Regenwürmer in deinem Garten siehst. Denn: je mehr Regenwürmer, desto gesünder der Boden.
Sie sind die Hauptzersetzer im Boden. Während sie tagsüber Gänge in den Boden graben, kommen wie nachts oder bei feuchter Witterung zur Nahrungssuche an die Oberfläche. Findet der Regenwurm organischen Abfall, zieht er ihn seine Gänge und verspeist ihn dort in Ruhe. Dabei frisst der Regenwurm hauptsächlich die Bakterien und Pilze, die sich schon auf dem Material angesammelt haben.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Ausscheidungen der Regenwürmer. Erinnerst du dich noch an die oben erwähnten Ton-Humus-Komplexe? Regenwürmer nehmen beim Fressen sowohl organische Teilchen, als auch Huminstoffe auf. Diese werden in ihrem Verdauungstrakt verbunden und als kleine Erdklümpchen wieder ausgeschieden. Diese Klümpchen sind die Ton-Humus-Komplexe, die maßgeblich dazu beitragen, dass der Boden eine lockere, gesunde Krümelstruktur erhält. Wenn du noch mehr über Ton-Humus-Komplexe wissen willst, lies gern in unserem Blog nach.
Bodenleben fördern
Calcium- und Magnesium Versorgung
Ein aktives Bodenleben ist maßgeblich für gesunden, fruchtbaren Boden. Du kannst das Bodenleben aber auch fördern. Damit zum Beispiel die wichtigen Ton-Humus-Komplexe entstehen können, braucht es eine Art „Brückenbauer“ zwischen den Tonmineralen und den Huminstoffen. Das sind vor allem Calcium und Magnesium, die leider nicht in allen Böden ausreichend enthalten sind. Bodenhilfstoffe wie Diabas Urgesteinsmehl, die reich an beidem sind, fördern deshalb die Bildung von Ton-Humus-Komplexen.
Calcium hilft außerdem dabei, die Zersetzung organischer Stoffe zu beschleunigen und die Zahl der Bakterien und Pilze im Boden zu erhöhen.
pH-Wert stabilisieren
Für Mikroorganismen ist ein pH-Wert von 6-7 optimal. Bei diesem Wert sind Mikroorganismen an aktivsten. Ist dein Boden zu sauer, kannst du ihn mit Diabas Urgesteinsmehl wieder ins Lot bringen. Durch seinen pH-Wert von 8,5 stellt es im Boden einen optimalen pH-Wert ein, der das Bodenleben aktiviert und fördert.
Organisches Material liegen lassen
Im Garten ist meist ja schon einiges an organischem Material vorhanden. Du kannst aber nachhelfen, indem du nicht immer alles gleich wegräumst. Lass Laub im Herbst mal liegen und arbeite im Gemüsebeet Erntereste leicht in die Erde ein. Das Bodenleben wird dir das Nahrungsangebot mit fruchtbarem Boden danken.
Sanfte Bodenbearbeitung
Hast du auch schon mal beim Harken einen Regenwurm zerteilt? Dieses traurige Ende ereilt leider auch alle anderen Bodenlebewesen, bei intensiver Bodenbearbeitung. Verzichte also möglichst auf Fräsen, tiefes Harken oder Umgraben. Gerade im Gemüsegarten gibt es alternative Methoden wie No-Dig-Beete und im Staudenbeet kann dir eine Mulchschicht dabei helfen, nicht ständig Unkraut harken zu müssen.
Auf Pflanzenschutzmittel und chemische Dünger verzichten
Schad- und übermäßiger Nährstoffeintrag durch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Kunstdüngern schaden dem Bodenleben. Setze daher auf natürliche Mittel und achte bei Düngern immer genau auf die Dosierempfehlung. Oder greife gleich zu einem Bodenverbesserer, den du nicht überdüngen kannst und der das Bodenleben durch seine Zusammensetzung aktiviert und unterstützt: Diabas Urgesteinsmehl.