Zu einem funktionierenden Gemüsegarten gehören nun mal auch gesunde Gemüsepflanzen. Umso ärgerlicher ist es, wenn junge Kohlpflanzen, Radieschen oder Rucola plötzlich von zahlreichen kleinen Löchern übersät sind. Ursache dafür sind häufig Erdflöhe. Trotz ihres Namens handelt es sich dabei nicht um Flöhe, sondern um kleine Käfer, die besonders bei trockener und warmer Witterung aktiv werden. Wer den Befall früh erkennt, kann die Schäden oft begrenzen. Neben vorbeugenden Maßnahmen hat sich auch feines Urgesteinsmehl als rein physikalisch wirkende Unterstützung bewährt.
Das Wichtigste in Kürze
- Urgesteinsmehl gegen Erdflöhe vergrämt die Käfer physikalisch und erschwert ihre Nahrungsaufnahme, wenn ein feiner Belag die Blätter bedeckt.
- Erdflöhe sind wenige Millimeter große Blattkäfer. Typische Erkennungsmerkmale sind kleine, runde Fraßlöcher und das Aufspringen der Käfer bei Berührung.
- Besonders gefährdet sind junge Kreuzblütler wie Radieschen, Kohlrabi, Brokkoli, Kohl und Rucola. Ältere Pflanzen verkraften den Blattfraß besser.
- Urgesteinsmehl wird morgens oder bei Taufeuchte aufgestäubt und muss nach Regen erneut ausgebracht werden, weil Wasser den schützenden Belag abwäscht.
- Erdflöhen vorbeugen gelingt durch gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, Mulchen, Fruchtfolge, entfernte Pflanzenreste und Kulturschutznetze während der ersten Wochen.
Was sind Erdflöhe?
Erdflöhe gehören zur Familie der Blattkäfer. Die nur wenige Millimeter großen Käfer besitzen kräftige Hinterbeine und können dadurch weit springen. Diese Sprungbewegung hat ihnen ihren Namen eingebracht.
Die erwachsenen Käfer fressen an den Blättern zahlreicher Kulturpflanzen. Dabei entstehen viele kleine, runde Löcher, die oft als Schrot- oder Siebfraß bezeichnet werden. Besonders gefährlich ist ein starker Befall bei jungen Pflanzen. Sie wachsen langsamer, werden geschwächt oder entwickeln sich nur unzureichend. Ältere Pflanzen verkraften den Blattfraß meist besser, können bei starkem Befall aber ebenfalls Ertragseinbußen zeigen.
Erdflöhe überwintern als ausgewachsene Käfer in Hecken, Bodenritzen oder unter Pflanzenresten. Im Frühjahr wandern sie in die Beete ein und beginnen mit dem Fraß. Vor allem trockenes, sonniges Wetter begünstigt ihre Aktivität.
Welche Pflanzen werden vom Erdfloh befallen?
Besonders häufig befallen Erdflöhe Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler. Dazu zählen Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl, Pak Choi und Rucola. Auch Senf oder Kresse können betroffen sein.
Daneben treten Erdflöhe gelegentlich an weiteren Gemüsearten auf. Besonders junge Keimlinge und frisch gesetzte Jungpflanzen sind gefährdet, weil schon wenige Fraßstellen ihre Entwicklung deutlich beeinträchtigen können.
Ein erstes Anzeichen sind die typischen kleinen Löcher in den Blättern. Wer die Pflanzen genauer betrachtet oder sie leicht berührt, kann die kleinen Käfer oft aufspringen sehen.
So wirkt Urgesteinsmehl gegen Erdflöhe
Als Mittel zur rein physikalischen Vergrämung von Erdflöhen, hat sich das Bestäuben mit Urgesteinsmehl bewährt. Dafür werden die Pflanzen in den frühen Morgenstunden oder bei vorhandener Taufeuchte gleichmäßig mit einem feinen Gesteinsmehl bestäubt. Die feinen Staubpartikel haften dadurch gut auf den Blättern und bilden einen dünnen Film.
Die Käfer meiden die bestäubten Pflanzen, weil die feinen Partikel ihre Mundwerkzeuge und Atemöffnungen beeinträchtigen. Dadurch wird die Nahrungsaufnahme erschwert und die Pflanzen werden für die Schädlinge deutlich unattraktiver. Zusätzlich können die feinen Mineralpartikel den schützenden Chitinpanzer der Käfer angreifen. Die Tiere verlieren dadurch leichter Feuchtigkeit und trocknen schneller aus.
Damit die Schutzwirkung erhalten bleibt, sollte der feine Belag möglichst vollständig auf den Blättern vorhanden sein. Da das Gesteinsmehl bei Regen abgewaschen wird, muss es erneut ausgebracht werden. Gleichzeitig liefert hochwertiges Urgesteinsmehl wertvolle Mineralstoffe und kann die Pflanzen zusätzlich widerstandsfähiger machen.
Erdfloh vorbeugen
Vorbeugende Maßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Bekämpfung. Erdflöhe bevorzugen trockene, lockere Böden. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit erschwert den Käfern deshalb günstige Lebensbedingungen. Regelmäßiges Gießen und das Mulchen des Bodens helfen dabei, die Feuchtigkeit länger zu halten.
Ebenso wichtig ist ein kräftiges Pflanzenwachstum. Gut versorgte Pflanzen wachsen schneller aus der empfindlichen Jugendphase heraus und verkraften leichten Fraß deutlich besser. Das regelmäßige Lockern des Bodens kann zusätzlich dazu beitragen, den Lebensraum der Käfer weniger attraktiv zu machen.
Auch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und das Entfernen von Pflanzenresten nach der Ernte helfen dabei, den Befallsdruck im nächsten Jahr zu reduzieren. Wer Jungpflanzen in den ersten Wochen zusätzlich mit feinen Kulturschutznetzen schützt, kann den Zuflug der Käfer häufig deutlich verringern.
Fazit
Erdflöhe gehören zu den häufigsten Schädlingen im Gemüsebeet und können besonders jungen Pflanzen erheblichen Schaden zufügen. Wer die typischen Fraßlöcher früh erkennt und rechtzeitig handelt, kann größere Ausfälle oft vermeiden. Urgesteinsmehl bietet dabei eine rein physikalische Möglichkeit, die Käfer zu vergrämen und ihren Fraß zu hemmen. In Kombination mit einer gleichmäßigen Bodenfeuchtigkeit, einer guten Pflanzenpflege und weiteren vorbeugenden Maßnahmen lässt sich das Risiko eines starken Befalls deutlich reduzieren.






















