Wer Hühner im Garten hält, denkt bei der Auslaufgestaltung oft zuerst an Schatten, Scharrmöglichkeiten und Schutz vor Fressfeinden. Dabei wird leicht übersehen, dass viele ganz normale Gartenpflanzen für Hühner giftig sind, und das teils in erschreckend kleinen Mengen. Ein kurzer Check des Auslaufs kann deinen Tieren buchstäblich das Leben retten.
Erkennen Hühner giftige Pflanzen selbst?
Eine weit verbreitete Annahme ist, dass Hühner instinktiv wissen, was für sie gefährlich ist, und giftige Pflanzen von selbst meiden. Das stimmt leider nicht zuverlässig. Hühner haben ihren Instinkt für Giftpflanzen im Laufe der Evolution weitgehend verloren und sind auf die Umsicht ihrer Halter angewiesen.
Zwar meiden Hühner bevorzugt derbe, zähe Blätter, was sie vor manchen, aber nicht vor allen Giftpflanzen schützt. Gerade in schlecht bepflanzten Ausläufen, bei Hunger oder Langeweile können sie auch zu Pflanzen greifen, die ihnen schaden. Der sicherste Schutz ist deshalb nicht der Instinkt der Tiere, sondern durchdachtes Auslaufmanagement selbst. Wer giftige Pflanzen erst gar nicht anpflanzt oder konsequent entfernt, muss sich keine Sorgen machen.
Giftige Gartenpflanzen im Hühnerauslauf
Bei der Gestaltung des Auslaufs lohnt es sich, die häufigsten Giftpflanzen zu kennen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Pflanzen du konsequent aus dem Hühnergehege fernhalten solltest.
Giftige Zierpflanzen
Zu den gefährlichsten Zierpflanzen im deutschen Garten gehört der Goldregen. Seine leuchtend gelben Blüten wirken harmlos, doch das enthaltene Alkaloid Cytisin ist für Hühner hochgiftig. Schon geringe Mengen können zu Erbrechen, Durchfall und schweren neurologischen Symptomen führen. Ähnlich gefährlich ist der Fingerhut, denn er enthält herzwirksame Glykoside, die Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Entzündungen und im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps auslösen.

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Der Oleander gehört zu den gefährlichsten Zierpflanzen überhaupt. Er enthält Cardenolide, die den Elektrolythaushalt im Herzen stören und zu schweren Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Auch Rhododendron und Azaleen haben im Auslauf nichts zu suchen. Alle Arten enthalten das Gift Andromedotoxin und sind damit für fast alle Tiere, einschließlich Hühner, giftig.
Das Maiglöckchen ist eine weitere häufige Gartenpflanze, die deinen Hühnern nicht gut tut. Bei einer Vergiftung drohen Magen- und Darmbeschwerden, verlangsamter Herzschlag und Krämpfe, was in schweren Fällen tödlich enden kann. Weniger bekannt, aber ebenso gefährlich ist der Rittersporn, der Störungen des Verdauungstrakts, Muskellähmung und Atemnot bis hin zur Atemlähmung verursacht.
Giftige Heckenpflanzen
Heckenpflanzen werden im Auslauf oft unterschätzt, weil sie als feste Begrenzung wahrgenommen werden und nicht als Nahrung. Dabei sind einige der beliebtesten Heckenpflanzen in deutschen Gärten hochgiftig für Hühner.
Die Eibe ist wohl die gefährlichste unter ihnen. Alle Bestandteile, also Nadeln, Rinde und Samenkern, enthalten das giftige Taxin, das zu Atemlähmung und Herzversagen führt. Nur der rote Fruchtkörper selbst ist ungiftig, aber die Samen darin sind es wieder.
Thuja (Lebensbaum) ist eine der meistgepflanzten Heckenpflanzen in Deutschland. Sie enthält Thujone, die neurotoxisch wirken und bei Hühnern zu Zittern, Krämpfen und in schweren Fällen zu Atemlähmung führen können. Ähnliches gilt für den Kirschlorbeer, denn er enthält cyanogene Glykoside, die beim Verzehr Blausäure freisetzen. Auch der stark giftige Buchsbaum gehört auf die Liste. Er wird wegen seiner harten Blätter von Hühnern zwar seltener gefressen, aber ein Garant für Sicherheit ist das nicht.
Efeu breitet sich schnell aus und kann unbemerkt in den Auslauf hineinwachsen. Seine Saponine lösen Erbrechen, Krämpfe und Durchfall aus, und die Beeren sind zusätzlich giftig.

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Giftige Zwiebelgewächse und Wiesenblumen
Im Frühjahr sorgen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen für bunte Farbe im Garten, doch alle drei Zwiebelgewächse sind für Hühner giftig und sollten nicht im Auslauf wachsen. Besonders tückisch ist die Herbstzeitlose, die unauffällig an Wegrändern und Wiesen wächst und Speichelfluss, Magen- und Darmbeschwerden sowie sich langsam ausbreitende Lähmungen auslöst.
Das Johanniskraut mit seinen goldgelben Blüten wirkt harmlos, ist aber leicht giftig und kann bei Hühnern Vergiftungssymptome auslösen. Auch der Breitwegerich, der häufig an Wegrändern und Wiesen wächst und für Menschen sogar heilende Eigenschaften hat, gilt für Hühner als giftig und sollte aus dem Gehege entfernt werden. Das ist jedoch nicht einfach, da seine Wurzeln bis zu 80 cm tief reichen können.
Nachtschattengewächse im Gemüsegarten
Wer Hühner und Gemüsegarten kombiniert, sollte besonders aufpassen. Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Auberginen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse und enthalten in ihren grünen Pflanzenteilen das Toxin Solanin. Das gilt für Blätter, Stiele und unreife Früchte gleichermaßen.
Reife Tomaten gelten bei vielen Haltern als unbedenklich. Vorsicht gilt aber weiterhin bei Kartoffeln. Grüne oder keimende Knollen bleiben auch nach dem Kochen problematisch, weil Solanin nur teilweise abgebaut wird. Am sichersten ist es, alle grünen Teile der Nachtschattengewächse konsequent aus dem Auslauf fernzuhalten.
Sichere Pflanzen für den Hühnerauslauf
Zum Glück gibt es eine große Auswahl an Pflanzen, die nicht nur sicher, sondern regelrecht willkommen im Hühnerauslauf sind. Beerensträucher wie Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Holunder oder Schlehen versorgen die Tiere mit vitaminreichen Früchten, ziehen Insekten an und bieten als dichte Hecke auch Schutz vor Fressfeinden.
Haselnuss ist ideal für den Auslauf, weil ihr starkes Wurzelnetz selbst eifrigen Scharrattacken standhält. Klee und Gräser sind natürliche, sichere Futterquellen, die die Verdauung unterstützen und den Auslauf grün halten. Und wer seinen Hühnern etwas Besonderes gönnen möchte, pflanzt Kräuter wie Minze, Thymian, Oregano, Lavendel oder Kamille. Sie sind für Hühner sicher, schmackhaft und haben teils sogar eine natürlich gesundheitsfördernde Wirkung. Oregano beispielsweise wirkt entzündungshemmend, Lavendel beruhigend.
Fazit
Die gute Nachricht zuerst. In den meisten Fällen meiden Hühner giftige Pflanzen von selbst. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Ein kurzer Check des Auslaufs auf die häufigsten Giftpflanzen wie Eibe, Efeu, Goldregen, Thuja, Rhododendron, Maiglöckchen und Nachtschattengewächse ist deshalb Pflicht, bevor die ersten Tiere einziehen. Wer von Anfang an auf sichere Bepflanzung setzt und giftige Pflanzen konsequent entfernt, hat langfristig die gesünderen Hühner und die entspannteren Abende.





















