Kohl gehört zu den Klassikern im Gemüsegarten und ist aus der regionalen Küche kaum wegzudenken. Ob als frischer Salat, herzhaftes Ofengemüse oder fermentiert zu Sauerkraut – Kohl ist vielseitig, gesund und erstaunlich robust. Damit der Anbau gelingt, braucht es jedoch etwas Planung, denn Kohl stellt besondere Ansprüche an Boden, Nährstoffe und Fruchtfolge. In diesem Beitrag erfährst du, worauf es beim erfolgreichen Kohlanbau ankommt.
Was ist Kohl eigentlich?
Kohl gehört zur Familie der Kreuzblütler. Trotz der großen Vielfalt gehen alle heutigen Kohlsorten auf den Wildkohl zurück, der noch immer an den Küsten Englands, Frankreichs und auf Helgoland wächst. Typisch für alle Kohlarten sind die vierzähligen Blüten mit kreuzförmig angeordneten Kronblättern.
Je nach Art werden ganz unterschiedliche Pflanzenteile gegessen. Bei Kopfkohlarten wie Weiß- oder Rotkohl sind es die Blätter, bei Brokkoli und Blumenkohl der Blütenstand, bei Kohlrabi die verdickte Sprossachse. Gemeinsam haben alle Kohlarten ihren hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen.
Welche Kohlarten gibt es?
Die Vielfalt an Kohl ist groß und ermöglicht eine lange Erntezeit über das ganze Gartenjahr hinweg. Zu den bekanntesten und beliebtesten Arten zählen Blumenkohl, Wirsing, Kohlrabi, Rosenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Palmkohl, Grünkohl, Chinakohl, Romanesco und Pak Choi. Auch Mairüben und Steckrüben werden botanisch zum Kohl gezählt und sind wertvolle Ergänzungen im Gemüsegarten.
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Der richtige Standort und Boden für Kohl
Die meisten Kohlarten bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Der Boden sollte humusreich, locker und möglichst lehmig sein, da Kohl einen hohen Nährstoff- und Wasserbedarf hat. Ideal ist ein tiefgründiger Boden, der Wasser gut speichern kann, ohne zu Staunässe zu neigen.
Vor dem Pflanzen lohnt es sich, das Beet gründlich vorzubereiten. Reifer Kompost oder gut abgelagerter Mist sorgen für eine solide Grundversorgung. Auch organische Dünger wie Hornspäne oder Schafwollpellets sind für Kohl sehr gut geeignet.
Fruchtfolge – besonders wichtig beim Kohlanbau
Kohl zählt zu den Starkzehrern und entzieht dem Boden viele Nährstoffe. Deshalb sollte er in der Fruchtfolge immer an erster Stelle stehen. Nach dem Kohlanbau empfiehlt sich eine Pause von mindestens drei Jahren, bevor wieder Kreuzblütler auf dasselbe Beet kommen.
In den Folgejahren können zunächst Mittelzehrer und danach Schwachzehrer angebaut werden. Anschließend tut dem Boden eine Anbaupause mit Gründüngung gut. Diese Fruchtfolge ist entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen und die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten.
Gute und schlechte Nachbarn im Beet
Kohl lässt sich sehr gut in Mischkultur anbauen. Geeignete Beetnachbarn sind unter anderem Erbsen, Kartoffeln, Lauch, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten. Auch Mangold, Karotten, Auberginen, Paprika, Bohnen und Gurken harmonieren gut mit Kohl.
Ungünstig sind andere Kreuzblütler, da sie ähnliche Krankheiten und Schädlinge anziehen. Auch Zwiebeln, Knoblauch und Erdbeeren gelten als schlechte Nachbarn für Kohl.
Aussaat, Vorziehen und Pflanzabstände
Kohl kann sowohl vorgezogen als auch direkt ins Beet gesät werden. Frühe Sorten werden meist ab Januar oder Februar vorgezogen, während späte Sorten oft ab Mitte bis Ende April direkt ins Beet gesät werden können. Die genaue Aussaatzeit hängt immer von der jeweiligen Sorte ab.
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Die Keimtemperatur liegt idealerweise zwischen 16 und 20 °C, die Pflanztiefe beträgt etwa drei Zentimeter. Beim Auspflanzen ins Beet solltest du großzügige Abstände einhalten. Ein Pflanzabstand von etwa 40 x 40 Zentimetern ist wichtig, da insbesondere Kopfkohl sehr ausladend wächst.
Wasser- und Nährstoffversorgung
Kohl braucht regelmäßig Wasser, besonders während der Kopfbildung. Trockenstress führt schnell zu Wachstumsproblemen oder lockeren Köpfen. Mulchen hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu halten und gleichzeitig Unkraut zu unterdrücken.
Zur zusätzlichen Nährstoffversorgung eignen sich Pflanzenjauchen sehr gut. Statt Brennnesseljauche, die den Kohlweißling anlocken kann, sind Jauchen aus Giersch, Ackerschachtelhalm oder Löwenzahn die bessere Wahl. Grundsätzlich gilt: Je weniger Blattmasse eine Kohlart bildet, desto geringer ist ihr Nährstoffbedarf. Während Weißkohl meist eine zusätzliche Düngung benötigt, kommen Kohlrabi und Pak Choi oft auch ohne aus.
Doch Kohl benötigt nicht nur viele Makronährstoffe (Stickstoff, Kalium, Phosphor). Es hat auch einen großen Bedarf an Mikronährstoffen. Eine regelmäßige Versorgung mit Urgesteinsmehl zur Stärkung der Pflanzen und Verbesserung des Bodens unterstützt deshalb ein gesundes Wachstum. Diabas Urgesteinsmehl enthält viele Mikro- und Spurennährstoffe: Bor zum Beispiel, das gegen Hohlherzigkeit und Fäulnis im Kohlkopf hilft, Calcium, dass die Lagerfähigkeit des Kohls verbessert, Zink, das die Calciumaufnahme fördert sowie Mangan und Molybdän für die allgemeine Gesundheit der Pflanzen. Außerdem unterstützt das Magnesium im Urgesteinsmehl die Wurzelbildung, Eisen das Blattgrün und pflanzenverfügbare Kieselsäure die Widerstandsfähigkeit der Kohlpflanzen gegen Witterung, Schädlingen und Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge beim Kohl
Eine der gefürchtetsten Krankheiten ist die Kohlhernie, eine Pilzerkrankung, die die Wurzeln befällt und zu klumpigen Verdickungen führt. Das Wachstum wird stark gehemmt, im Extremfall sterben die Pflanzen ab. Vorbeugend hilft es, die Fruchtfolge einzuhalten.
Zu den häufigsten Schädlingen zählen die Raupen der Kohleule, die Kohlfliege sowie der Kohlweißling. Letzterer kann mit seinen Raupen ganze Pflanzen kahl fressen. Ein Kulturschutznetz direkt nach dem Pflanzen ist eine sehr effektive Maßnahme. Es lässt Rege- und Gießwasser durch, hält Schädlinge aber draußen. Zusätzlich kann eine Mischkultur mit Tomaten oder Sellerie den Befall reduzieren.
Mehltau tritt ebenfalls gelegentlich auf. Eine Mischkultur mit Knoblauch kann hier vorbeugend wirken.
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Verwendung von Kohl in der Küche
Kohl ist extrem vielseitig. Er kann roh verzehrt, gekocht, blanchiert oder fermentiert werden. Besonders Weißkohl (Sauerkraut) und Chinakohl (Kimchi) eignen sich hervorragend zum Fermentieren. In Deutschland, dem Land des Sauerkrauts, zählt Kohl seit jeher zu den beliebtesten Gemüsesorten.
Fazit
Kohl ist ein anspruchsvolles, aber sehr dankbares Gemüse. Mit einem nährstoffreichen Boden, ausreichend Wasser, einer durchdachten Fruchtfolge und etwas Schutz vor Schädlingen steht einer erfolgreichen Kohlernte nichts im Weg. Wer sich an die grundlegenden Regeln hält, wird mit gesunden Pflanzen und einer reichen Ernte belohnt und kann die Vielfalt des Kohls das ganze Jahr über genießen.