Kraut- und Braunfäule gehört zu den Pflanzenkrankheiten, die im Gemüsegarten besonders schnell für Frust sorgen. Eben noch sehen die Tomaten kräftig aus, wenige Tage später hängen braune Blätter an den Pflanzen, die Früchte bekommen dunkle Flecken und bei Kartoffeln stirbt das Laub vorzeitig ab. Wer die Krankheit einmal im Beet hatte, weiß: Bei Kraut- und Braunfäule zählt vor allem Vorbeugung. Ist der Befall erst stark ausgeprägt, lässt sich die Pflanze meist nicht mehr retten.
Trotzdem ist Panik nicht nötig. Wer versteht, wie Kraut- und Braunfäule entsteht, kann das Risiko deutlich senken. Entscheidend sind ein guter Standort, trockene Blätter, ausreichend Abstand, sauberes Arbeiten und kräftige Pflanzen, die nicht durch Pflegefehler zusätzlich geschwächt werden.
Was ist Kraut- und Braunfäule?
Kraut- und Braunfäule wird durch den Erreger Phytophthora infestans verursacht. Der Name klingt nach Pilz, streng genommen handelt es sich aber um einen pilzähnlichen Erreger. Für den Gartenalltag ist vor allem wichtig, wie er sich verhält: Er liebt Feuchtigkeit.
Besonders gefährlich wird Kraut- und Braunfäule bei feuchtwarmer Witterung, anhaltendem Regen, Tau und schlechter Luftzirkulation. Bleiben die Blätter über viele Stunden nass, findet der Erreger gute Bedingungen. Die Sporen können durch Wind, Regen und Spritzwasser weitergetragen werden. Deshalb breitet sich die Krankheit oft rasch aus, wenn Tomaten dicht stehen, ungeschützt dem Regen ausgesetzt sind oder Kartoffel- und Tomatenpflanzen nah beieinander wachsen.
Typisch ist, dass Kraut- und Braunfäule nicht nur einzelne Blätter betrifft. Sie kann sich auf die ganze Pflanze ausweiten und bei Kartoffeln sogar die Knollen erreichen. Genau das macht sie so problematisch: Sie schwächt nicht nur das Laub, sondern gefährdet auch die Ernte.
Woran erkennt man Kraut- und Braunfäule?
Die ersten Anzeichen zeigen sich häufig an den Blättern. Dort entstehen zunächst graugrüne, später braune bis schwarze Flecken. Bei feuchter Witterung kann sich auf der Blattunterseite ein heller, schimmelartiger Belag bilden. Die Blätter wirken welk, sterben ab und hängen vertrocknet an der Pflanze.
Bei Tomaten breitet sich der Befall oft auch auf die Stängel aus. Dort entstehen dunkle, längliche Flecken. Befallene Früchte bekommen braune, harte Stellen. Diese Flecken sitzen häufig unter der Schale, fühlen sich fest an und breiten sich weiter aus. Solche Tomaten reifen nicht gesund nach und sollten nicht mehr gegessen werden.
Bei Kartoffeln zeigt sich die Krankheit zuerst am Kraut. Die Blätter bekommen dunkle Flecken, die Pflanze wirkt innerhalb kurzer Zeit krank und fällt bei starkem Befall regelrecht zusammen. Gefährlich wird es, wenn der Erreger in den Boden gelangt und die Knollen befällt. Dann entstehen an den Kartoffeln bräunliche, eingesunkene Stellen. Im Inneren kann das Gewebe rostbraun verfärbt sein. Solche Knollen sind nicht lagerfähig und sollten aussortiert werden.
Wichtig ist: Nicht jeder braune Fleck ist automatisch Kraut- und Braunfäule. Sonnenbrand, Nährstoffmangel, Trockenstress oder mechanische Schäden können ähnlich aussehen. Verdächtig wird es vor allem dann, wenn braune Flecken nach feuchter Witterung plötzlich auftreten, sich rasch ausbreiten und mehrere Pflanzenteile betroffen sind.

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An welchen Pflanzen tritt Kraut- und Braunfäule häufig auf?
Am häufigsten betrifft Kraut- und Braunfäule Tomaten und Kartoffeln. Beide gehören zu den Nachtschattengewächsen und sind für den Erreger besonders anfällig. Im Hausgarten ist das vor allem dann relevant, wenn Tomaten und Kartoffeln nah beieinander stehen. Befallene Kartoffelpflanzen können eine Infektionsquelle für Tomaten sein. Umgekehrt können kranke Tomatenpflanzen den Erreger ebenfalls weiterverbreiten.
Bei Tomaten tritt die Krankheit vor allem im Freiland auf. Pflanzen im Gewächshaus oder unter einem Dach sind meist besser geschützt, sofern die Luft dort nicht zu feucht ist. Ein Tomatendach ist deshalb keine Spielerei, sondern eine der wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen. Es verhindert, dass Regen direkt auf die Blätter fällt.
Bei Kartoffeln hängt das Risiko stark von Witterung, Sorte und Anbauweise ab. In nassen Sommern kann sich Kraut- und Braunfäule besonders schnell ausbreiten. Frühe Sorten sind oft im Vorteil, weil sie einen Teil ihrer Entwicklung schon abgeschlossen haben, bevor der Krankheitsdruck besonders hoch wird.
Was tun bei Kraut- und Braunfäule?
Wenn du Kraut- und Braunfäule an deinen Pflanzen entdeckst, solltest du schnell handeln. Befallene Blätter und Triebe müssen entfernt werden. Schneide dabei nicht knapp an gesunden Pflanzenteilen herum, sondern entferne sichtbar kranke Bereiche großzügig. Arbeite möglichst bei trockenem Wetter, damit keine zusätzliche Feuchtigkeit in die Bestände kommt.
Stark befallene Tomatenpflanzen solltest du komplett entfernen. Das klingt hart, verhindert aber, dass sich der Erreger weiter im Beet ausbreitet. Befallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Kompost. In vielen Gärten erreicht der Kompost nicht dauerhaft die Temperaturen, die nötig wären, um Krankheitserreger zuverlässig unschädlich zu machen. Entsorge das Material deshalb über den Restmüll oder, wenn bei dir erlaubt, über die Biotonne.
Auch Gartenschere, Messer und andere Werkzeuge solltest du nach dem Schneiden reinigen. Sonst verteilst du den Erreger beim nächsten Schnitt weiter. Wasche dir nach der Arbeit außerdem die Hände, bevor du gesunde Pflanzen berührst.
Bei Kartoffeln ist die Lage etwas anders. Wenn das Kraut stark befallen ist, sollte es entfernt werden, bevor der Erreger in größerem Umfang zu den Knollen gelangt. Die Kartoffeln selbst sollten danach noch einige Zeit im Boden bleiben, damit die Schale ausreifen kann. Bei der Ernte kontrollierst du jede Knolle sorgfältig. Kartoffeln mit braunen, eingesunkenen oder fauligen Stellen werden aussortiert und nicht eingelagert.
Bei Tomaten gilt: Befallene Früchte sind nicht mehr zu retten. Auch grüne Früchte von stark befallenen Pflanzen solltest du kritisch prüfen. Gesunde, noch feste und fleckenfreie Tomaten können unter Umständen nachreifen. Sobald Flecken sichtbar sind, gehören sie entsorgt.
Wie kann man Kraut- und Braunfäule vorbeugen?
Die wichtigste Regel lautet: Die Blätter müssen möglichst trocken bleiben. Kraut- und Braunfäule braucht Feuchtigkeit, um sich stark auszubreiten. Deshalb sollten Tomaten im Freiland nach Möglichkeit unter einem Dach stehen. Das kann ein festes Tomatenhaus, ein einfacher Regenschutz oder ein gut belüftetes Gewächshaus sein. Entscheidend ist, dass Regen nicht direkt auf die Blätter fällt und die Luft trotzdem zirkulieren kann.
Auch der Pflanzabstand spielt eine große Rolle. Stehen Tomaten zu dicht, trocknen die Blätter nach Regen, Tau oder Gießen nur langsam ab. Zwischen den Pflanzen sollte genug Raum bleiben, damit Luft durch den Bestand ziehen kann. Das gilt auch im Gewächshaus. Dort ist regelmäßiges Lüften besonders wichtig, weil sich sonst warme, feuchte Luft staut.
Gieße Tomaten und Kartoffeln immer bodennah. Das Wasser gehört an die Wurzeln, nicht auf die Blätter. Am besten gießt du morgens, damit eventuell feuchte Stellen im Laufe des Tages abtrocknen. Abends zu gießen ist ungünstiger, weil die Pflanzen dann über Nacht feucht bleiben können.
Bei Tomaten hilft außerdem das Ausgeizen und Auslichten. Entferne überzählige Seitentriebe und schneide bodennahe Blätter ab, sobald die Pflanzen kräftig genug sind. Gerade die unteren Blätter bekommen beim Regen oder Gießen schnell Spritzwasser ab. Dadurch können Sporen aus dem Boden auf die Pflanze gelangen.
Kartoffeln sollten nicht direkt neben Tomaten wachsen. Plane beide Kulturen möglichst mit Abstand ein. Auch die Fruchtfolge ist wichtig. Baue Kartoffeln nicht jedes Jahr auf derselben Fläche an und setze Tomaten nicht immer wieder an denselben Standort. Pflanzenreste aus dem Vorjahr solltest du gründlich entfernen, besonders wenn es bereits Befall gab.
Bei der Sortenwahl lohnt sich ein genauer Blick. Es gibt Tomaten- und Kartoffelsorten, die als robuster gegenüber Kraut- und Braunfäule gelten. Vollständig sicher sind auch diese Sorten nicht. Sie können aber helfen, das Risiko zu senken, vor allem in Kombination mit Regenschutz, Abstand und sauberer Kulturführung.
Welche Rolle spielen Nährstoffe bei der Vorbeugung?
Nährstoffe können Kraut- und Braunfäule nicht komplett verhindern. Eine Pflanze wird nicht immun, nur weil sie gut versorgt ist. Trotzdem spielt die Nährstoffversorgung eine wichtige Rolle. Kräftige Pflanzen mit stabilen Zellstrukturen kommen mit Stress oft besser zurecht als geschwächte Pflanzen. Vorbeugung bedeutet deshalb auch, den Boden und die Pflanze in einen möglichst guten Zustand zu bringen.
Wichtig ist dabei eine ausgewogene Versorgung. Zu viel Stickstoff kann weiches, mastiges Wachstum fördern. Solche Pflanzen bilden viel Blattmasse, trocknen schlechter ab und können anfälliger für Krankheiten werden. Kalium ist dagegen wichtig für den Wasserhaushalt der Pflanze und die Festigkeit des Gewebes. Calcium trägt zur Stabilität der Zellwände bei. Magnesium ist ein zentraler Baustein des Blattgrüns und damit wichtig für eine funktionierende Photosynthese.
Besonders interessant im Zusammenhang mit Pilzkrankheiten ist Kieselsäure beziehungsweise Silizium. Pflanzenverfügbare Kieselsäure kann die Zellstruktur und Blattoberflächen stärken. Dadurch wird es Krankheitserregern und Schädlingen erschwert, in das Pflanzengewebe einzudringen. Das bedeutet nicht, dass Kieselsäure Kraut- und Braunfäule sicher verhindert. Sie kann aber ein Baustein sein, um Pflanzen widerstandsfähiger zu machen.
Hier kommt Diabas Urgesteinsmehl ins Spiel. Es enthält unter anderem Calcium, Magnesium, Spurenelemente und pflanzenverfügbare Kieselsäure. Im Boden unterstützt es nicht nur die Mineralstoffversorgung, sondern trägt langfristig auch zur Verbesserung der Bodenstruktur bei. Ein gut strukturierter Boden speichert Wasser und Nährstoffe besser, verschlämmt weniger leicht und bietet den Wurzeln bessere Bedingungen.
Im Garten kann Urgesteinsmehl vor der Pflanzung in den Boden eingearbeitet oder später oberflächlich ausgebracht und leicht eingeharkt werden. Auch Einrühren ins Gießwasser oder in die Pflanzenjauche ist möglich. Für die Pflanzenstärkung über das Blatt gibt es sehr fein vermahlene, spritzfähige Gesteinsmehle. Dabei ist wichtig, nur wirklich mikrofeines Material zu verwenden, damit die Spritze nicht verstopft und die Partikel von der Pflanze durch die Blattporen aufgenommen werden können.
Trotzdem bleibt die Reihenfolge klar: Nährstoffe und Pflanzenstärkung ersetzen keinen Regenschutz. Wer Tomaten ungeschützt in einen dichten, feuchten Bestand setzt, wird auch mit guter Nährstoffversorgung Probleme bekommen. Am wirksamsten ist die Kombination aus trockenem Laub, luftigem Wuchs, gesundem Boden und gleichmäßiger Versorgung.
Fazit: Vorbeugen ist wichtiger als Bekämpfen
Kraut- und Braunfäule lässt sich im Garten nicht immer vollständig verhindern. In nassen Sommern kann der Krankheitsdruck so hoch sein, dass selbst erfahrene Gärtner Probleme bekommen. Trotzdem hast du viele Stellschrauben an der Hand.
Achte auf trockene Blätter, ausreichend Abstand, bodennahes Gießen und gute Luftzirkulation. Entferne befallene Pflanzenteile sofort und entsorge sie nicht auf dem Kompost. Setze Tomaten und Kartoffeln nicht zu eng zusammen und plane die Fruchtfolge sorgfältig. Ergänzend hilft eine ausgewogene Nährstoffversorgung, damit die Pflanzen kräftig wachsen und stabile Gewebe bilden können.
Kraut- und Braunfäule ist vor allem eine Krankheit der Feuchtigkeit. Wer das versteht, kann sein Beet deutlich besser schützen. Vorbeugung beginnt deshalb nicht erst beim ersten braunen Fleck, sondern schon bei Standortwahl, Pflanzung und Pflege.






















