Ein Bokashi-Eimer in der Küche ist gelebte Kreislaufwirtschaft. Statt wertvolle Biomasse über die Tonne zu entsorgen, produzierst du ein nährstoffreiches Ferment für deine Pflanzen. Doch die reine Milchsäuregärung stößt bei sehr wasserhaltigen oder eiweißreichen Resten oft an ihre Grenzen. Wie Urgesteinsmehl als mineralischer Anker im System fungieren kann, erfährst du in diesem Beitrag.
Was ist Bokashi eigentlich?
Bokashi beschreibt den Prozess, bei dem organisches Material, wie z.B. Küchenabfall, fermentiert wird. Im Gegensatz zur klassischen Kompostierung findet im Bokashi-Eimer eine anaerobe Fermentation statt, ein Prozess unter Ausschluss von Sauerstoff. Effektive Mikroorganismen, primär Milchsäurebakterien, wandeln organische Stoffe um. Dies senkt den pH-Wert auf unter 4,0 ab, wodurch Fäulnisbakterien keine Überlebenschance haben. Ergebnis ist ein fermentiertes Gut mit einem niedrigen pH-Wert (< 4,0), in dem wertvolle Vitamine und Enzyme nahezu vollständig erhalten bleiben.
Warum Urgesteinsmehl den Prozess stabilisiert
Urgesteinsmehl aus Diabas ist ein hochfeines Gesteinspulver mit einer riesigen spezifischen Oberfläche. Diese physikalische Eigenschaft macht es zum idealen Partner für die Mikroorganismen.
Geruchsbindung durch Adsorption
Ein gut geführter Bokashi riecht dezent säuerlich. Tritt jedoch ein fauliger Geruch auf, deutet das auf Fehlgärungen oder Ammoniakbildung hin. Die feinen Partikel des Urgesteinsmehls können gasförmige Verbindungen wie Ammoniak oder Schwefelwasserstoff physikalisch an sich binden (Adsorption). Dies sorgt für ein neutrales Raumklima und hält den wertvollen Stickstoff im Substrat.
Feuchtigkeitsmanagement und Milieuschutz
Zu viel Flüssigkeit im Eimer ist der Feind jeder Fermentation. Urgesteinsmehl nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und verhindert, dass die Biomasse ertrinkt und in Fäulnis übergeht. Zudem dient das Urgesteinsmehl als Siedlungsraum für Mikroorganismen und stabilisiert durch seine Pufferkapazität den pH-Wert gegen zu starke Schwankungen.
Kieselsäure: Der verborgene Held im Diabas Urgesteinsmehl
Besonders Diabas Urgesteinsmehl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Kieselsäure (Silizium) aus. Im Bokashi-Eimer beginnt bereits der Aufschluss dieses Minerals. Silizium ist für Pflanzen essenziell, um die Zellwände zu stärken, was sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Pilzerkrankungen macht. Indem du das Mehl bereits im Eimer beigibst, nutzt du die Zeit der Fermentation, um das Silizium bioverfügbar zu machen. Beim Diabas Urgesteinsmehl ist die enthaltene Kieselsäure zwar von Natur aus bereits sehr gut pflanzenverfügbar, die Fermentation verstärkt dies jedoch noch zusätzlich.
Die mineralische Aufwertung: Chelatbildung im Fermentationsprozess
Die Besonderheit der Bokashi-Methode ist das saure Milieu. Die entstehenden organischen Säuren lösen Mineralien wie Calcium, Magnesium und Eisen aus dem Urgesteinsmehl heraus. Dabei findet oft eine sogenannte Chelatierung statt. Dabei werden die Mineralien in organische Komplexe eingebunden, die im Boden nicht so leicht ausgewaschen werden und von den Pflanzenwurzeln direkt aufgenommen werden können. Du wertest deine Küchenabfälle also zu einem hochkonzentrierten Mineralstoff-Depot auf.
So nutzt du den Bokashi-Saft richtig
Jeder Bokashi-Eimer hat einen Ablasshahn für das Sickerwasser. Dieser Bokashi-Saft ist ein Kraftpaket. Durch die Zugabe von Urgesteinsmehl ist dieser Saft deutlich reicher an gelösten Spurenelementen.
- Anwendung: Verdünne den Saft im Verhältnis 1:100 mit Gießwasser
- Wirkung: Er dient als Sofortdünger für Zimmer- und Gartenpflanzen und belebt gleichzeitig die Mikrobiologie im Boden
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Langzeitwirkung: Vom Küchenabfall zur Terra Preta
Bokashi ist die perfekte Basis für den Aufbau von dauerhaftem Humus. In Kombination mit Urgesteinsmehl und optional Pflanzenkohle näherst du dich dem Prinzip der Terra Preta an. Das Gesteinsmehl erhöht die Kationenaustauschkapazität (KAK) deines Bodens. Das bedeutet, dein Boden kann Nährstoffe wie eine Batterie speichern und bei Bedarf an die Pflanzen abgeben. Dies verbessert die Bodenstruktur nachhaltig und schützt vor Auswaschung. Statt selbst zu mischen, kannst du auch direkt DiaKarbon Kompostkraft untermischen – eine hocheffiziente Mischung aus Diabas Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle.
Schritt-für-Schritt Anleitung zur perfekten Schichtung
Damit dein Bokashi optimal gelingt, solltest du eine Routine entwickeln:
- Zerkleinern: Schneide Küchenreste auf ca. 2–3 cm kleine Stücke, um die Angriffsfläche für Mikroben zu maximieren.
- Verdichten: Gib die Reste in den Eimer und drücke sie fest an, um Sauerstoffeinschlüsse zu minimieren.
- Bestäuben: Streue etwa 20–50 g (eine Handvoll) Urgesteinsmehl pro Schicht darüber.
- Aktivieren: Sprühe EM-A (Effektive Mikroorganismen aktiviert) auf oder gib eine Schicht Bokashi-Kleie hinzu.
- Geduld: Wenn der Eimer voll ist, lass ihn mindestens 2 Wochen ungeöffnet an einem warmen Ort ruhen.
Fazit: Der Mehrwert für deinen Garten
Die Kombination aus Effektiven Mikroorganismen und Urgesteinsmehl verwandelt einfache Küchenabfälle in einen mineralisierten Dünger der Extraklasse. Du verhinderst Gerüche, stabilisierst die Fermentation und baust langfristig stabilen Humus auf. Es ist die einfachste Methode, um aus Abfall wertvolle Bodenressourcen zu schaffen.