Vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer steigt das Risiko des "Umkippens" von stehenden Gewässern. Das Wasser wird trüb, Algen breiten sich aus, es riecht faulig und Fische können an der Oberfläche nach Luft schnappen. Bei kommunalen Teichen, Badeseen oder Dorfweihern geht es dann nicht nur um die Optik. Es geht um Tierwohl, Gewässernutzung, Beschwerden aus der Bevölkerung und bei Badegewässern auch um die Frage, ob ein Badebetrieb noch verantwortbar ist.
Zur Gewässersanierung hat sich ein Mittel bewährt, das viele nicht auf dem Schirm haben: Urgesteinsmehl aus dem Hartgestein Diabas.
Was passiert, wenn ein Gewässer kippt?
Ein Gewässer kippt nicht von einem Tag auf den anderen, auch wenn es für Außenstehende oft so wirkt. Meist läuft der Prozess schon länger im Hintergrund. Es sammeln sich Nährstoffe im Wasser und im Sediment. Dazu kommen abgestorbene Pflanzen, Algenreste, Laub, Einträge aus Zuläufen oder Oberflächenwasser. Bei warmem Wetter und geringer Durchmischung kann sich die Lage dann schnell zuspitzen.
Der zentrale Stoff ist häufig Phosphor. Das Umweltbundesamt beschreibt Phosphoreinträge als eines der großen Probleme für Gewässer, weil sie übermäßiges Wachstum von Algen und Wasserpflanzen auslösen können. Wenn diese Biomasse abstirbt und von Mikroorganismen zersetzt wird, wird viel Sauerstoff verbraucht. Sauerstoffdefizite belasten Fische und andere Wasserorganismen und können in extremen Fällen zu Fischsterben führen.
Bei Seen ist das Problem besonders hartnäckig. Phosphor kann lange im System bleiben und mehrfach im Stoffkreislauf umgesetzt werden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist darauf hin, dass auch kleine Phosphoreinträge in Seen über Jahre nachwirken können. Der erhöhte Phosphorgehalt kann Massenentwicklungen von Algen und Wasserpflanzen fördern und den Sauerstoffhaushalt in verschiedenen Tiefen beeinflussen.
Warum die sichtbaren Algen nicht das eigentliche Problem sind
Algen sind meist nur das sichtbare Zeichen einer tiefer liegenden Belastung. Wer nur die Oberfläche reinigt oder Algenteppiche abschöpft, entfernt einen Teil der Biomasse. Die Ursache bleibt aber bestehen, wenn weiter Nährstoffe im Wasser gelöst sind oder aus dem Schlamm am Grund nachgeliefert werden.
Gerade kommunale Gewässer haben oft mehrere Eintragsquellen. Laub fällt über Jahre ins Wasser. Sediment sammelt sich am Grund. Zuläufe bringen feine Bodenpartikel und Nährstoffe ein. An Badeseen kommen Nutzung, Uferpflege und Wetterlagen hinzu. Bei kleinen Dorfweihern spielen manchmal Fütterung, Wasservögel oder ein zu hoher Fischbesatz eine Rolle.
Deshalb sollte die Sanierung nicht bei der Alge beginnen, sondern bei der Nährstoffdynamik. Entscheidend ist die Frage, warum das Gewässer den Nährstoffüberschuss nicht mehr selbst abpuffern kann.
Welche Rolle Diabas Urgesteinsmehl spielen kann
Urgesteinsmehl ist fein vermahlenes Gestein. Das Diabas Urgesteinsmehl im Speziellen besteht aus Diabas, einem vulkanischen Gestein, das unter anderem in Oberfranken abgebaut wird.
Für die Gewässerbehandlung sind mehrere Eigenschaften des Steinmehls interessant. Die feinen Partikel bieten reaktive Oberflächen, über die überschüssige Nährstoffe wie Phosphat und Ammonium gebunden und Nitrat reduziert wird. Damit wird den Algen ein Teil ihrer Nahrungsgrundlage entzogen. Die Wirkung ist also nicht mit einem klassischen Algizid zu vergleichen. Urgesteinsmehl tötet Algen nicht einfach ab, sondern setzt an den Bedingungen an, die starkes Algenwachstum begünstigen.
Gleichzeitig unterstützt Diabas Urgesteinsmehl die biologische Aktivität im Sediment. Am Gewässergrund arbeiten Mikroorganismen daran, organische Substanz abzubauen. Dazu brauchen sie ein stabiles Milieu, zu dem das Urgesteinsmehl maßgeblich beiträgt. Wenn organischer Schlamm schneller und geordneter umgesetzt wird, sinkt die Belastung durch faulende Biomasse. Das entlastet langfristig auch den Sauerstoffhaushalt.
Schlammabbau: Der Gewässergrund entscheidet mit
Bei umgekippten Gewässern richtet sich der Blick oft zuerst auf die Wasseroberfläche. Für die Sanierung ist der Grund aber mindestens genauso wichtig. Dort liegt der Schlamm, der über Jahre aus abgestorbenen Pflanzen, abgestorbenen Algen und anderem eingetragenem organischem Material entstanden ist. Wird dieser Schlamm unter Sauerstoffmangel abgebaut, entstehen unangenehme Gerüche. Gleichzeitig können Nährstoffe wieder freigesetzt werden und das Algenwachstum erneut anstoßen.
Urgesteinsmehl wirkt auch hier als mineralische Unterstützung. Es hilft, organische Abbauprozesse zu strukturieren und das Sedimentmilieu zu verbessern. Aus der Kompostierung ist bekannt, dass Diabas Urgesteinsmehl die Verrottung organischen Materials unterstützt und Gerüche mindert. Diese Wirkung lässt sich nicht eins zu eins auf jedes Gewässer übertragen, erklärt aber, warum das Material auch bei schlammreichen Teichen und Seen interessant ist.
Wichtig bleibt: Je stärker die Sedimentbelastung ist, desto eher braucht es ein Gesamtkonzept. Bei stark verschlammten Gewässern kann Urgesteinsmehl unterstützen, ersetzt aber keine Prüfung, ob zusätzlich entschlammt, belüftet oder der Nährstoffeintrag reduziert werden muss.
pH-Wert und Sauerstoff: Was Urgesteinsmehl leisten kann
Diabas Urgesteinsmehl wirkt leicht basisch und kann in sauren Milieus puffernd wirken. Mit einem pH-Wert von 8,5 puffert es den pH-Wert des Wassers behutsam.
Für Gewässer ist diese Unterscheidung wichtig. Ein stabilerer pH-Wert kann das biologische Milieu unterstützen, weshalb Wasseranalysen entscheidend sind. Gerade bei Badeseen oder natürlichen Gewässern muss der pH-Wert überwacht werden, weil starke Schwankungen für die Gewässerbiologie problematisch sein können.
Auch beim Thema Sauerstoff kann Urgesteinsmehl von Nutzen sein. Es reichert das Wasser zwar nicht direkt mit Sauerstoff an, hilft aber indirekt, weil weniger faulende organische Masse und eine bessere biologische Umsetzung den Sauerstoffhaushalt entlasten.
Dosierung: Ca. 1 t pro Hektar als Orientierungswert
Für die flächige Anwendung in belasteten Teichen, Seen und Badeseen kann als Orientierungswert mit ca. 1 t Diabas Urgesteinsmehl pro Hektar Wasserfläche gearbeitet werden.
Dieser Wert sollte nicht als starre Pauschaldosis verstanden werden. Ein flacher, stark verschlammter Dorfweiher reagiert anders als ein tiefer Badesee. Auch Wasseraustausch, Sedimentstärke, Algendruck und Nutzung beeinflussen die Maßnahme. In der Praxis sollte die Menge deshalb anhand der Analyse, des Sanierungsziels und der örtlichen Rahmenbedingungen festgelegt werden.
Die Ausbringung sollte gleichmäßig erfolgen. Bei kleinen kommunalen Teichen kann das vom Ufer oder von geeigneter Technik aus geschehen. Bei größeren Wasserflächen wird eine Verteilung über Boot, Schwimmgerät oder eine aufbereitete Suspension sinnvoller sein. Entscheidend ist, dass das Material nicht punktuell in großen Mengen eingebracht wird, sondern möglichst breit verteilt in Kontakt mit Wasser und Sediment kommt.
Fazit: Urgesteinsmehl als Baustein für stabile Gewässer
Umgekippte Teiche, Seen und Badeseen entstehen meist durch ein Zusammenspiel aus Nährstoffüberschuss, organischem Schlamm, Algenwachstum und Sauerstoffmangel. Diabas Urgesteinsmehl kann helfen, überschüssige Nährstoffe zu binden, den Schlammabbau zu unterstützen und das biologische Milieu zu stabilisieren.
Für professionelle Anwender ist dabei wichtig: Urgesteinsmehl ist kein Ersatz für Analyse, Belüftung in Akutfällen oder die Abstimmung mit Behörden. Es ist ein mineralischer Baustein innerhalb eines fachlich geplanten Vorgehens. Als Orientierungswert können ca. 1 t pro Hektar Wasser angesetzt werden. Die tatsächliche Menge sollte aber immer zum Gewässer, zur Belastung und zum Ziel der Maßnahme passen.
So eingesetzt kann Urgesteinsmehl dazu beitragen, belastete Gewässer zu entlasten und ihre biologische Selbstregulation wieder zu stärken. Entscheidend ist nicht die einmalige Gabe, sondern das Zusammenspiel aus Behandlung, Ursachenreduktion und laufender Kontrolle.





















