Gartenstile - Der Zen Garten

Als "trockene Landschaft" bezeichnen Japaner einen Gartenstil, der wie kein anderer für Harmonie, Achtsamkeit, Ruhe und Entspannung steht. Im japanischen heißt dieser Gartenstil "Kare-san-sui" (枯山水), was so viel bedeutet wie trockene oder ausgetrocknete Landschaft – außerhalb Japans besser bekannt als Zen Garten.

Geschichte und Philosophie des Zen Gartens

Der Zen Garten ist eine Art japanischer Steingarten aus größeren Steinen und Kies, in den kunstvoll geschwungene Linien eingerecht werden. Zen Gärten haben ihren Ursprung im Zen-Buddhismus. Das Rechen selbst und die anschließende Betrachtung dienten den Mönchen zur Meditation.

Die Philosophie des Zen Gartens gründet auf Ruhe, Zurückhaltung, Harmonie und Meditation. Sein Vorbild ist die Natur, seine Gestaltung erfordert eine hohes Maß an Achtsamkeit, Beobachtung und Orientierung an natürlichen Formen. Wer einen Zen Garten gestalten will, tut gut daran den natürlichen Verlauf von Flüssen, Bächen, Hügeln und Berghängen studieren.

Traditioneller Zen Garten

Foto von Hu Chen / unsplash.com

Aufbau des Zen Gartens

Eines soll der Zen Garten auf keinen Fall sein: geometrisch. Gerade Linien und geometrische Formen haben im Zen Garten nichts verloren, da sie so auch in der Natur nicht vorkommen würden. Ungerade Zahlen, zum Beispiel bei der Anzahl der Findlinge oder Pflanzen werden bevorzugt.

Zum Großteil besteht der Zen Garten aus einer großen Kiesfläche. Auf dieser werden große Steine, Felsbrocken oder Findlinge verteilt. Eingerahmt wird der klassische Zen Garten meist von einer Mauer, Hecke oder einem Zaun. In die Kiesfläche werden dann mit einem speziellen Holzrechen geschwungene Linien eingerecht. Anfang und Ende der Linien dürfen nicht zu erkennen sein. Sie gehen sanft ineinander über.

Zen Garten von Mauern umgeben

Foto von David Emrich / unsplash.com

Der Zen Garten benötigt aber nicht zwingend riesige Kiesflächen. Er kann ebenso im Kleinen auf dem Balkon angelegt werden. Wer weder Garten noch Balkon zur Verfügung hat, kann sich sogar mit Mini-Zen-Gärten für den Schreibtisch meditative Ruhe in die eigenen vier Wände oder ins Büro holen.

Das führende Element Stein

Bei einem traditionellen japanischen Zen Garten wird auf Pflanzen komplett verzichtet. Die einzige Ausnahme können verschiedene Moose bilden. Auch Wasser ist kein Element des klassischen „Kare-san-sui“, denn die geharkten Kiesflächen stehen selbst symbolisch für Bäche, Flüsse oder das Meer, während die großen Steine Hügel, Berge und Wasserfälle darstellen.

Der Stein spielt im Zen Garten also zweifellos die Hauptrolle. Die Auswahl des richtigen Gesteins ist daher besonders wichtig. Zuerst wird die Fläche mit einem hellen runden Kies oder feinem Splitt gefüllt. Anschließend werden die großen Steine auf der Fläche platziert. Für die Felsbrocken eignen sich am besten Hartgesteine wie Diabas, Basalt oder Granit, farblich abgestimmt auf den verwendeten Kies.

Damit man um größere Kiesflächen nicht immer drumherum laufen muss und Anpflanzungen leichter zu erreichen sind, können flache Trittsteine in die Kiesfläche eingearbeitet werden.

Trittsteine in Zen Garten

Foto von FranckinJapan / pixabay.com

Pflanzen im Zen Garten

Wie bereits erwähnt finden sich im ursprünglichen Zen Garten bis auf Moose keine Pflanzen. Da der Zen Garten aber gestalterische Schnittmengen zu anderen asiatischen Gartenstilen, wie dem Japan-Garten bildet, findet man in zeitgenössischen Zen Gärten oft Stilelemente aus diesen Stilen wieder. So können Pflanzen sowohl in Verbindung mit den Felsbrocken eingesetzt werden, aber auch in den Randbereichen der Kiesfläche.

Typisch für den Zen Garten ist die Verwendung von immergrünen Formgehölzen. Kiefern, Zypressen, Eiben oder Wacholder eignen sich stilistisch besonders gut und lassen sich leicht in Bonsai-Manier klein und in Form halten. Die Kiefer – ideal sind die Japanische Schwarzkiefer, Japanische Rotkiefer, Mädchenkiefer, Bergkiefer und Waldkiefer – ist das wohl typischste Formgehölz für den Zen Garten. Ein wenig Farbe bringen kleine rötliche Ahorn-Arten, wie der Japanische Fächerahorn.

Formgehölze im Zen Garten

Foto von awsloley / pixabay.com

Blühpflanzen sind für einen Zen Garten untypisch. Wer seine eigene Interpretation des Zen Gartens kreieren und nicht auf bunte Blüten verzichten will, greift am besten zu Azaleen und Magnolien.

Ein essenzielles Element im Zen Garten ist Moos. Moose dienen als Verbinder verschiedener Elemente. So werden die Übergänge der Gehölze zur Kiesfläche oder Freiräume zwischen großen Steinen mit bodendeckendem Moos auf natürliche Weise verknüpft und stellen Harmonie zwischen den verschiedenen Elementen her. Geeignete Sorten sind je nach Standort Sternmoos und Bärenfellgras (Halbschatten) oder Kahles Bruchkraut und Andenpolster (Sonne).

Moos mit Buddafigur

Foto von JordyMeow / pixabay.com

Deko für den Zen Garten

Dekoration wird im Zen Garten so gut wie nicht verwendet. Sie gilt als überflüssig und würde die puristische Harmonie des Gartenkonzepts stören. Der Zen Garten soll und kann für sich selbst sprechen und bedarf keiner künstlichen Aufhübschung. Dennoch ist für moderne Interpretationen des Zen Gartens gegen Steinlaternen oder Buddafiguren nichts einzuwenden ?

Will man nicht strikt am traditionellen Konzept festhalten, können auch dekorative Elemente wie Wasserbecken, Bachläufe mit Steinbrücken oder Bambus-Brunnen integriert werden.

Steinbrunnen als Deko für den Zen Garten

Foto von David Emrich / unsplash.com

Pflege des Zen Gartens

Der Zen Garten benötigt wegen der großen Kiesflächen wenig, aber regelmäßige Pflege. Die Kiesflächen müssen von Laub befreit werden und hin und wieder neu gerecht werden. Was die Pflanzen angeht, werden meist keine pflegeintensiven Pflanzen verwendet. Möchte man vor allem Formgehölze, wie der Name schon anmuten lässt, in Form halten, ist ein regelmäßiger Formschnitt nötig.

Ein wenig Arbeit ist im Zen Garten durchaus erwünscht. Denn nicht nur die Betrachtung des Gartens verspricht Ruhe und Harmonie, auch die Arbeit darin soll der Meditation dienen. Beim Laubsammeln, Kiesrechen oder Bonsai-Schneiden kann der Gärtner abschalten und sich voll und ganz auf die momentane Arbeit konzentrieren – für meditationsgeübte bis hin zu meditativen Zuständen.

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