Die Einlaufphase im Aquarium: Deshalb ist sie unverzichtbar

Wer ein neues Aquarium einrichtet oder sein bestehendes Aquarium umgestaltet und den Bodengrund wechselt, will es möglichst schnell in Aktion sehen - mit Fischen und allem Drum und Dran. Doch ein übereiltes Einsetzen von Fischen, Garnelen, Schnecken und Co. ist gar keine gute Idee. Denn bei Neueinrichtung und Bodengrundwechsel ist eine ausreichend lange Einlaufphase, auch Einfahrphase genannt, unverzichtbar.

Wozu warten?

Das Aquarium ist ein kleines geschlossenes Ökosystem. Hat es sich eingespielt, dann wirken verschiedene chemische und biologische Prozesse zusammen, um für Tiere und Pflanzen gleichermaßen ein bewohnbares Umfeld zu schaffen. Entnimmt man dem Ökosystem einen wichtigen Bestandteil, zum Beispiel den Bodengrund, oder setzt es neu auf, dauert es einige Zeit, bis sich im Aquarium ein Gleichgewicht einstellt.

Eines braucht der Aquarianer in dieser Zeit besonders: nämlich Geduld. Gut Ding will Weile haben. Denn für die Einlaufphase sollten mehrere Wochen eingeplant werden, in der keine Tiere ins Aquarium einziehen dürfen. Zwei maßgebliche Prozesse durchläuft das Aquarium während der Einlaufphase.

1. Nitrifikationsprozess

Der Nitrifikationsprozess ist der wichtigste biologische Abbauprozess im eingespielten Aquarium. Die Nitrifikation ist dafür verantwortlich, dass Giftstoffe wie Ammonium und Ammoniak, die durch Ausscheidungen von Tieren, Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile entstehen, abgebaut werden. Maßgeblich sind dafür verschiedene Bakterienarten, die das Aquariumwasser filtern und die zu einem Großteil im Bodengrund leben.

Eine Bakterienart baut Ammonium und Ammoniak zu Nitrit ab und eine zweite Bakterienart wandelt das so entstandene Nitrit in Nitrat um. Das Endprodukt Nitrat ist völlig ungiftig für Fische und andere Tiere und fördert sogar das Wachstum der Aquariumpflanzen.

Nach Bodengrundtausch oder im neuen Aquarium müssen sich diese Bakterien aber erst ansiedeln. Damit das passiert, müssen die Bakterien etwas haben, was sie verstoffwechseln können. Es empfiehlt sich daher, regelmäßig etwas Futter ins Aquarium zu streuen, um die Bakterien zur Ansiedlung zu annimieren. Zwar kann man auch mit "Starterbakterien" aus dem Fachhandel nachhelfen, nötig ist das aber nicht. Und – um die Hoffnungen der Ungeduldigen zu zerstören – die Einlaufphase ersetzt der Einsatz von Starterbakterien auch nicht. Sie wirken aber unterstützend und können die Einlaufphase deutlich beschleunigen.

Für das Anlaufen des Nitrifikationsprozesses müssen ca. 2-4 Wochen gerechnet werden. In dieser Zeit dürfen keine Tiere ins Aquarium einziehen, da der Prozess noch nicht stabil läuft. Durch ein zu frühes Einsetzen von Fischen kann der noch instabile Prozess aus dem Ruder laufen und sich eine erhöhte Menge an Giftstoffen im Aquarium sammeln, die den Besatz letztlich umbringt. Vor dem Einsetzen empfiehlt es sich außerdem, nochmals die Wasserwerte zu überprüfen.

2. Algenphasen

Parallel zur Bildung des Nitrifikationsprozesses, treten in den ersten Wochen des neuen Aquariums mehrere Algenphasen auf. Sie können deutlich länger, nämlich bis zu 12 Wochen andauern und lassen das Aquarium in dieser Zeit nicht besonders schön aussehen. Doch das ist nur ein optischer Mangel. Denn sind die Algenphasen überwunden, hat sich ein Nährstoff-Gleichgewicht eingestellt, das Ihre Pflanzen besser wachsen lässt.

Meist beginnt die Algenbildung schon sehr früh. Bereits nach wenigen Tagen können Kieselalgen im Becken sichtbar werden. Sie sind als Belag auf Bodengrund, Pflanzen und Hardscape zu sehen. Nach ein paar Wochen verschwinden die Kieselalgen von selbst und es folgt die Bildung von Grünalgen. Diese können unterschiedliche Formen annehmen: als grüner Belag auf der Aquariumscheibe, grüne Fäden an den Pflanzen oder als leichter Belag. Auch die Grünalgen verschwinden nach einiger Zeit von selbst.

Doch warum bilden sich überhaupt Algen? Nun, im neuen Aquarium herrscht zunächst ein Nährstoffüberangebot. Junge oder umgesetzte Pflanzen verbrauchen noch nicht so viele Nährstoffe. Zusätzlich befeuert wird das Überangebot, wenn nährstoffreicher Bodengrund, wie Soil, verwendet wird. An den überschüssigen Nährstoffen bedienen sich dann gern die Algen. Ein Tipp: je mehr Pflanzen von Beginn an ins Aquarium eingesetzt werden, desto weniger Nährstoffe bleiben für die Algen übrig. Damit wird die Algenphase zwar nicht verhindert, kann aber spürbar gemindert werden.

Die Algenphasen sind übrigens kein Muss. Es kann auch sein, dass sich in Ihrem Aquarium gar keine Algen bilden. Also, keine Sorge. Auch wenn Ihr Aquarium algenfrei bleibt, sind die Einlaufprozesse dennoch im Gange.

So kommen Sie gut durch die Einlaufphase

Als hilfreich erwiesen haben sich regelmäßige Wasserwechsel von mindestens 50 % während der Einlaufphase. Sie entfernen einen Teil der Giftstoffe und der unschönen Algen. Lassen Sie außerdem den Filter permanent laufen. Die Beleuchtungsdauer sollten Sie jedoch auf ca. 6-8 Stunden pro Tag reduzieren.

Keine Panik, wenn das Wasser zwischenzeitlich trüb wird. Auch hier gilt es Geduld zu haben. Dabei handelt es sich meist um eine Algen- oder Bakterienblüte, die von selbst wieder abklingt.

Behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass jedes Aquarium anders ist und auch die Einlaufphase daher in jedem Aquarium unterschiedlich ablaufen kann. Die hier beschrieben Phasen, Maßnahmen und Zeiträume beziehen sich auf einen typischen Verlauf der Einlaufphase mit seinen zwei Kernprozessen. Wie lange es tatsächlich dauert, bis die Einlaufphase in Ihrem Aquarium abgeschlossen ist, kann abweichen oder die Algenphasen sogar übersprungen werden. Beobachten Sie daher regelmäßig die Wasserwerte, um den Fortschritt Ihrer Einlaufphase nachzuvollziehen.

Typischerweise dauert das Einstellen des Nitrifikationsprozesses ca. 2-4 Wochen, während die Algenphasen bis zu 12 Wochen andauern können. Insgesamt muss also mit einer Einlaufphase von 2-12 Wochen gerechnet werden.

Fazit

Es mag entmutigend klingen, solange zu warten, bis Ihr neues Aquarium endlich von Fischen und Garnelen besiedelt werden kann. Doch es lohnt sich und schützt vor allem Ihre Tiere vor Schaden. Wie beschrieben laufen die Prozesse ganz von selbst ab, ohne dass Sie mit Zusätzen nachhelfen müssen. Gönnen Sie Ihrem Aquarium also die nötige Zeit. Das Einzige, was Sie brauchen, ist eine Portion Geduld.

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