Naturgarten richtig pflegen - Dos und Don'ts

Ist der Naturgarten ein Garten für Faule?  Schließlich regelt die Natur doch alles selbst, oder?

Die Antwort darauf ist ein klares Jein. Ja, der Naturgarten ist eher pflegeleicht. Und nein, ganz ohne Pflege geht es leider doch nicht. Wir zeigen Ihnen, welche Pflege der Naturgarten braucht und welche Eingriffe nicht nötig sind.

Blumenwiesen pflegen

Wiesen mit blühenden Wildblumen über denen es nur so summt und brummt, dürfen in keinem Naturgarten fehlen. Sie bieten Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen, auch auch Kleinstnagern wie der Haselmaus Nahrung und Lebensraum. Dabei brauchen Blumenwiesen nur wenig Pflege.

Die Hauptarbeit machen Blumenwiesen nur in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Ansaht. In der Aussaht Phase müssen die Wiesen regelmäßig gegossen werden, damit das Saatgut keimt. Danach sähen sich die Pflanzen in der Regel selbst neu aus.

Zwar kann man bei Wiesen im Naturgarten prinzipiell auch ganz auf das Mähen verzichten, für Blumenwiesen empfiehlt es sich dennoch 1-2 Mal im Jahr zu mähen. Denn die Pflanzen, die auf Blumenwiesen wachsen, brauchen nährstoffarme Böden. Liese man das Mähen ganz sein, würde die tote Biomasse der im Winter abgestorbenen Pflanzen den Boden mit Nährstoffen anreichern. Für den Boden ist das prinzipiell okay, die gesähten Wildblumen werden dann aber nach und nach von der Blumenwiese verschwinden, bis nur noch normale Wiese übrig ist, da ihnen das Nährstoffangebot zu hoch ist.

 

Blumenwiese gemäht mit der Sense

© Pavol Klimek / stock.adobe.com

 

Wer es ganz natürlich will, greift beim Mähen zur Sense. Aber auch der Balkenmähen oder Rasenmäher erfüllen ihren Zweck.

Thema Düngen, Gießen, Schädlingsbekämpfung

Eines ist im Naturgarten strengstens verboten: chemische Dünger, Pestizide und Herbizide haben im naturnahen Garten nichts zu suchen! Das ist elementar für die Ansiedlung von Tieren im Garten.

Der Naturgärtner akzeptiert Mitbewohner im Garten. Fraßschäden an Blättern werden toleriert. Schließlich müssen Insekten nun mal fressen. Und in einem gesunden Ökosystem gibt es für jeden "Schädling" genügend Fressfeinde, die wiederum als Nahrung für andere Tiere dienen. Die Blattlaus zum Beispiel wird vom Marienkäfer gefressen und der wiederum von Vögeln. Entnehmen Sie auch befallene Pflanzen nicht gleich, sondern haben Sie Geduld. Ist Ihr Ökosystem im Garten intakt, hält es Schädlinge auf einzelnen Pflanzen aus. Nehmen die Schädlinge doch überhand, verwenden Sie natürliche Mittel zur Schädlingsabwehr, wie Gesteinsmehle.

 

Blattläuse fressen Marienkäfer

Foto von Myriams-Fotos / pixabay.com

 

Ziel des Naturgartens ist es, ein Gleichgewicht zu erschaffen, in das möglichst wenig eingegriffen werden muss. Deshalb wird auch weder Torf, noch Gift und auch kein synthetischer Dünger genutzt. Soll der Boden in bestimmten Bereichen, zum Beispiel in Gemüsebeeten verbessert werden, sind mineralische Bodenhilfsstoffe wie Gesteinsmehle die bessere Wahl.

Die Pflege des Naturgartens

Wie gesagt ist der Naturgarten eine pflegeleichte Gartenart. Es wird so wenig wie möglich gemäht. Natürlich dürfen Wiesen, auf denen zum Beispiel Kinder Spielen regelmäßig gemäht werden. Wie oben beschrieben, müssen auch Blumenwiesen hin und wieder gemäht werden. Der Großteil des Gartens darf jedoch wachsen. 

Auch Laub unter Hecken und Gestrüpppen darf gern liegenbleiben. Die Laubschicht dient Tieren als Lebensraum und fungiert gleichzeitig als Mulchalternative. Abgestorbene Pflanzenteile müssen im Herbst auch nicht entfernt werden. Die Stängel der Brombeere zum Beispiel sind für Insekten ideale Überwinterungsorte.

Heckenschnitt sollte prinzipiell nicht in der Zeit von März bis August durchgeführt werden, da Vögel sonst beim Nisten gestört würden. Wenn die Hecke zum Nachbarn wuchert, darf aber natürlich zurückgestutzt werden. Ausufernde Heckenschnitte sind im Naturgarten sowieso nicht gern gesehen. Lieber achtet man schon beim Pflanzen darauf, dass an der Pflanzstelle genug Platz vorhaben ist, damit die Hecke ihre natürliche Größe erreichen kann, ohne ständigen Rückschnitt.

Hat sich das Gleichgewicht im Garten eingestellt, ist es kaum nötig zu Gießen. Gemüsebeete stellen eine Ausnahme dar. Auch Staudenbeete und Blumenwiesen müssen nach der Ansaht gegossen werden. Spätestens im zweiten Jahr sollte aber kein Gießen mehr nötig sein. Im Idealfall kommt der Garten ganz ohne Gießen aus, da die gewählten Pflanzen zum Standort passen und mit dem natürlichen Wasserangebot zufrieden sind.

Auf technische Hilfsmittel wie Laubbläser und Mähroboter sollte ganz verzichtet werden. Laubbläser stören die ansässigen Tiere und man mag sich nicht vorstellen, was der Mähroboter mit einem Igel Baby anstellt.

 

Ein Selbstläufer ist der Naturgarten also nicht - gerade in der Anfangsphase. Hat sich der Garten eingespielt wird er Ihnen jedoch viel Freude machen, ohne ständige Gartenarbeit. Und den heimischen Tieren gefällt’s auch!

Tags: Anwendung, Garten
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