Aquarium Bodengrund richtig einfüllen

Aquarium Bodengrund richtig einfüllen: Das sollten Sie beachten

Ein Aquarium einzurichten benötigt einiges an Vorbereitung. Wer sich für Becken, Bodengrund, Pflanzen und Besatz entschieden hat, möchte am liebsten gleich loslegen. Wenn das Becken am Ort Ihrer Wahl steht, ist nun der erste Schritt zum neuen Aquarium das richtige Einfüllen des Bodengrundes.

Die Höhe des Bodengrundes

Schon vor dem Kauf des Bodengrundes muss bedacht werden, wie viel Sand oder Kies für das Aquarium gebraucht werden. Den Bedarf an Bodengrund kann man schnell anhand weniger Daten berechnen. Neben den Maßen des Aquariums muss man sich für eine Füllhöhe entschieden haben. In einem "normalen" Aquarium mit Pflanzen und Fischbesatz empfiehlt sich eine Bodengrundhöhe von 5-10 cm. Darin können Pflanzen gut wurzeln und auch gründelnde Fische haben genug Bodengrund, um ausgiebig darin zu wühlen.

Je nach Besatz und Design gibt es aber durchaus auch Becken, bei denen der Bodengrund nur gerade so den Boden bedeckt oder solche, bei denen sich weitaus mehr Bodengrund hügelförmig im Aquarium ausbreitet. Egal für welche Bodengrundhöhe Sie sich entschieden haben, der Mengenbedarf an Aquariumsand oder -kies lässt sich einfach berechnen (hier geht’s zur Anleitung).

Immer vorher waschen

Besonders Neu-Aquarianer freuen sich, wenn Sie Aquariumsand entdecken, der schon gewaschen ist. Das erspart doch einiges an Zeit, oder? Jein. Zwar müssen Sie den Sand deutlich weniger auswaschen als ungewaschenen. Doch ganz kommen Sie um die Waschaktion nicht herum. Denn jedes Mal, wenn der Sandsack bewegt wird, stoßen die Sandkörner aneinander und es entsteht neuer feiner Abrieb. Bis der Aquariumsand bei Ihnen zuhause eintrifft, kann sich also schon wieder feiner Staub gebildet haben, der das Aquariumwasser trüben würde. Zwar setzt sich der Staub im Normalfall auch wieder, das bedarf jedoch Geduld. Und wenn Pflanzen, Fische und nicht zuletzt der Wunsch nach dem fertigen Aquarium parat stehen, nimmt man sich diese Zeit eher ungern.

Deshalb sollte jeder Bodengrund, egal ob bereits gewaschen oder nicht, Natursand oder gefärbter Sand, vor dem Einbringen ins Becken gut durchgespült werden, bis das Waschwasser klar bleibt. Das ist mühsam, aber der Aufwand lohnt sich.

Aufbau des Bodengrundes

Wenn Sie Soil, also Nährboden, verwenden wollen, muss dieser unter dem Bodengrund ausgebracht werden. Den Soil spülen Sie nicht vorher aus. Zwar können Pflanzen auch im blanken Sand oder Kies wachsen, für stärkeres Wachstum ist ein Nährboden aber zu empfehlen.

Darauf wird dann die Schicht Bodengrund verteilt. Um optisch eine bessere Tiefenwirkung zu erzielen, bringen Sie den Bodengrund leicht schräg auf, also nach hinten ansteigend. So haben Sie auf jeden Winkel des Aquariums gute Sicht.

Bodengrund ansteigend einfüllen

Nun können Deko, Pflanzen und Wasser Einzug halten. Beim Wasser einfüllen den Wasserstrahl nie direkt in den Sand halten. Das wirbelt vor allem feinen Sand auf und trübt das Wasser. Kleiner Tipp: legen Sie einen Teller oder eine Plastiktüte auf den Bodengrund und lassen Sie das Wasser über diese Hilfsmittel ins Becken laufen.

Einlaufphase beachten

Das Aquarium ist ein kleines geschlossenes Ökosystem. Hat es sich erst einmal eingespielt, wirken alle Bestandteile des Aquariums zusammen und halten das Gleichgewicht aufrecht. Entnimmt man einen Teil des Ökosystems, zum Beispiel den Bodengrund, kann es leicht aus den Fugen geraten. Überprüfen Sie deshalb in den Stunden und Tagen nach dem Bodengrundwechsel regelmäßig die Wasserwerte und achten Sie auf Veränderungen des Wassers! Im Bodengrund lebt im eingespielten Aquarium nämlich der Großteil der wichtigen Bakterien, die für den Abbau von Schadstoffen zuständig sind. Er fungiert sozusagen als eigenständiger Filter.

Wird der Sand oder Kies im Zuge des Bodengrundwechsels komplett entnommen, werden mit ihm auch die Bakterienkulturen entfernt und die Filterwirkung unterbrochen. Da der neue Bodengrund einige Zeit braucht, bis sich in ihm die nötigen Mikroorganismen ansiedeln, kann es vor allem in den Stunden und Tagen nach dem Sandwechsel zur Nitrifikation des Aquariumwassers kommen. Im Wasser lebende Bakterien hätten durch die geringere Filtration genügend Nährstoffe, um sich stark zu vermehren. Was folgt sind eine Trübung des Wassers, die oft mit einer Algenblüte verbunden ist, die dem Aquariumwasser den Sauerstoff entzieht. Diese Trübung verflüchtigt sich meist wieder von selbst, weswegen sie oft unbemerkt bleibt, kann aber in der Zwischenzeit Ihrem Besatz schaden.

Im Idealfall wechseln Sie den Bodengrund nicht im laufenden Betrieb, sondern setzen Ihre Tiere in andere Becken um und gönnen dem neuen Bodengrund 2-3 Wochen, in denen sich wieder ausreichend Bakterien ansiedeln können. So erreichen Sie ein stabiles Ökosystem, in dem sich Ihre Tiere wohlfühlen.

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