Bodenverbesserung – Wie bekomme ich gesunden, fruchtbaren Boden?

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Anpflanzungen werden immer nur so gut sein wie der Boden, auf dem sie wachsen. Egal ob Gemüsebeete, Staudenbeete, Rasenflächen oder Obstbäume: Dieser Satz trifft immer zu. Wer in seinem Garten keine optimalen Bedingungen vorfindet, und das dürften die meisten Gartenbesitzer sein, muss nicht die Flinte ins Korn werfen. Denn mit den geeigneten Maßnahmen kannst du deinen Boden mit natürlichen Mitteln dauerhaft und nachhaltig verbessern.

Um den passenden Bodenverbesserer zu finden, muss man aber erst einmal wissen, mit welcher Bodenart man es zu tun hat. Denn je nach Bodenbeschaffenheit variieren die Voraussetzungen und damit auch die Aufgabenstellung und das wirksamste Mittel dafür.

Schwere Böden, also solche mit hohem Tonanteil, bestehen aus sehr kleinkörnigen Bestandteilen, die fest zusammenhalten und den Boden so schwerer bearbeitbar machen. Leichte Böden hingegen haben einen hohen Sandanteil. Je sandiger der Boden, desto weniger haftet er zusammen. Diese Böden sind zwar leichter zu bearbeiten, können aber Wasser und Nährstoffe schlecht speichern und neigen deshalb zu Austrocknung und Nährstoffarmut. Auch ist entscheidend, wie der aktuelle pH-Wert des Bodens ausfällt und ob dieser Probleme mit Verdichtung, Nährstoffarmut oder Überdüngung aufweist.

Hast erfolgreich identifiziert, welche Probleme ein potenzieller Bodenverbesserer beheben soll, ist die Auswahl des richtigen Mittels leichter.

 

Dreiteiliger Komposthaufen

© Alison Hancock / shutterstock.com

Komposterde

Wer in seinem Garten Platz für einen Komposthaufen hat, sollte unbedingt einen anlegen. Denn günstiger kommt man kaum an biologische Bodenverbesserer. Mit etwas Geduld wird aus biologischen Haus- und Gartenabfällen bester organischer Dünger. Um die Kompostierung zu beschleunigen, empfiehlt sich mineralischer Kompostbeschleuniger, der die Rotte beschleunigt und gleichzeitig die Komposterde mit Mineralien anreichert.

Wer keinen Platz für einen Komposthaufen hat, kann auf platzsparende Wurmkomposter oder fertige Pflanzerden mit Kompostanteil zurückgreifen.

 

Lupinen zur Gründüngung

Foto von silviarita / pixabay.com

Gründüngung

Brachlage ist immer der schlechteste Zustand für den Boden. Ohne Pflanzenbewuchs ist er Erosion, Austrocknung und Unkrautbefall schutzlos ausgesetzt. Anstatt nicht bewirtschaftete Beete also brach liegenzulassen, setze lieber auf Gründüngung. Dabei werden spezielle Gründüngungspflanzen angebaut, die zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Boden eingearbeitet werden und ihn so mit Nährstoffen versorgen. Besonders gut zur Gründüngung eignen sich Leguminosen, wie Lupinen, Erbsen, Klee aber auch Luzerne, Winterroggen, Sonnenblumen, Phacelia oder Buchweizen. Die Gründungungspflanzen durchwurzeln den Boden nicht nur und lockern ihn so auf, sie können auch wichtige Nahrungsquelle für Insekten sein, regen das Bodenleben an und düngen gleichzeitig den Boden, wenn die Pflanzen in den Boden eingearbeitet wird. Phacelia – auch als Bienenfreund bekannt – und Buchweizen beispielsweise können über den Winter im Beet stehen bleiben und so eine schützende Schicht für den Boden bilden. Andere Gründünger werden vor dem Winter gemäht oder abgeschnitten und kompostiert oder als Mulch genutzt.

 

Diabas Urgesteinsmehl auf Schaufel in Gemüsebeet

Urgesteinsmehl

Ein wahres Multi-Talent unter den Bodenverbesserern ist Urgesteinsmehl. Der Bodenhilfsstofff – auch als Steinmehl oder Gesteinsmehl bekannt – besteht aus fein zermahlenem Stein. Es gibt Steinmehle aus verschiedenen Gesteinsarten, zum Beispiel Basalt, Granit, Lava oder Diabas. Letzteres punktet durch eine besondere Zusammensetzung aus Mineralien und Spurenelementen. Diabas Urgesteinsmehl enthält große Mengen an Calcium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure. Dadurch unterstützt es das Wachstum, die Blattgrünung, das Gerüst und die Stärke der Pflanzen, macht sie widerstandsfähiger und haltbarer und hat sogar einen positiven Einfluss auf den Geschmack und die Haltbarkeit von Obst und Gemüse. Entscheidend ist, dass die Mineralien auch pflanzenverfügbar sind. Kieselsäure auf Quarzbasis bespielsweise ist nicht zu empfehlen, auf Silikatbasis schon, da letztere in pflanzenverfügbarer Form vorliegt.

Neben der Nährstoffzufuhr liegt seine Stärke aber vor allem in der langfristigen Verbesserung des Bodens. Urgesteinsmehl optimiert zum einen den pH-Wert vor allem in übersäuerten Böden, ohne die Bodenbiologie zu beeinträchtigen. Zum anderen fördert die Gabe von Diabas Urgesteinsmehl die Bildung von sogenannten Ton-Humus-Komplexen. Ausführlichere Infos zur Bedeutung und Entstehung von Ton-Humus-Komplexen findest du in unserem Experten-Artikel. Kurz gesagt entstehen durch die Bildung von Ton-Humus-Komplexen kleine Erdklümpchen, die maßgeblich dazu beitragen, dass der Boden eine lockere, gesunde Krümelstruktur erhält. Solch ein Boden ist besser vor Erosion und Verschlämmung geschützt und hilft Pflanzen dabei stabile Wurzeln auszubilden. Außerdem haben Ton-Humus-Komplexe ein enormes Speichervermögen und verbessern die Durchlüftung, Wasser- und Nährstoffspeicherung des Bodens. So ermöglicht Diabas Urgesteinsmehl eine nachhaltige Verbesserung des Bodens.

Je feiner die Vermahlung des Steinmehls, desto leichter können die Inhaltsstoffe von den Pflanzen aufgenommen werden. Bei feinem Urgesteinsmehl spricht man deshalb auch von besserer Pflanzenverfügbarkeit. Gröbere Vermahlungen hingegen locken den Boden zusätzlich durch ihren Anteil an kleinen Steinchen auf.

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften – es bindet besonders gut Feuchtigkeit und Gerüche und beschleunigt die Verrottung von organischem Material – wird uns Urgesteinsmehl in diesem Artikel noch häufiger in Kombination mit anderen Bodenverbesserern begegnen. Es ist daher nicht nur in Kombination mit Düngern und Bodenhilfsstoffen effektiv, sondern kann je nach Bodenbeschaffenheit den Einsatz von anderen Düngemitteln ganz ersetzen. Da es selbst kein Dünger sondern ein Bodenhilfsstoff ist, besteht auch keine Gefahr der Überdosierung oder Überdüngung.

 

Hornspäne auf behandschuter Handfläche

© Martina / stock.adobe.com

Hornspäne

Dieser organische Dünger führt dem Boden in Proteinen vorliegenden Stickstoff zu und fördert so das Wachstum von Pflanzen. Hornspäne werden aus den Hörnern und Klauen von Rindern gewonnen, sind also tierischen Ursprungs. Da andere Nährstoffe wie Kalium, Phosphat oder Schwefel in einer vernachlässigbar geringen Konzentration enthalten sind, ist Horn quasi ein reiner Stickstoffdünger und damit als Universaldünger für nahezu alle Gärten geeignet. Horndünger beeinflussen den pH-Wert des Bodens nicht und können daher auch für Pflanzen verwendet werden, die saure Böden bevorzugen, wie zum Beispiel Rhododendren, Hortensien, Azaleen oder Heidelbeeren.

Doch der organische Horndünger bringt auch ein paar Nachteile mit sich, die ihn für viele Gärtner disqualifizieren. Zum einen ist das Material tierischen Ursprungs, was ihn für Veganer ungeeignet macht. Zum anderen ist das Grundmaterial selbst zwar ökologisch, nicht unbedingt aber seine Herkunft. Da in Europa Rinder meist schon als Kälber enthornt werden, kommen die meisten bei uns erhältlichen Horndünger aus Südamerika. Dort weiden Rinder meist auf großen Weideflächen, was die Verletzungsgefahr so weit minimiert, dass man auf das Enthornen verzichtet. Die Transportstrecke, die die Hornspäne zurücklegen müssen, um zu uns nach Deutschland zu kommen, ist enorm und die damit verbundenen CO2-Emissionen ein Grund, sich regionaleren Düngeralternativen zuzuwenden.

Hat man sich trotz der Nachteile für die Bodenverbesserung mit Hornspänen entschieden, gilt es eines zu beachten: Da der Stickstoff als organischer Dünger in Eiweißverbindungen gebunden ist, müssen die Hornspäne erst durch das Bodenleben zersetzt werden, bevor der Stickstoff pflanzenverfüg bar ist. Grund genug, sich als nächstes einem Dünger zu widmen, der das Bodenleben stärkt.

 

Kniende Person mit Erde in den Händen

© Kannapat / stock.adobe.com

Effektive Mikroorganismen

Bei EM – kurz für effektive Mikroorganismen – handelt es sich um Mischungen von verschiedenen Mikrobenarten. EM-Mischungen werden meist in flüssiger oder Pellet-Form verkauft und durch Spritzen oder Gießen zur Bodenverbesserung eingesetzt.

Der Einsatz von EM zur Bodenverbesserung geht auf den japanischen Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Teruo Higa zurück. Durch den intensiven Einsatz von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft wurde in vielen Böden ein sogenanntes negatives Milieu geschaffen. Ohne bei dem komplexen Thema näher ins Detail gehen zu wollen, kann dieses Problem folgendermaßen erklärt werden. Es gibt verschiedene Arten von Mikroorganismen. Prof. Dr. Higa unterteilte diese in drei Gruppen ein – Aufbauende Mikroorganismen, zu denen auch EM gehören, krankheits- und fäulniserregende Mikroorganismen und neutrale, opportunistische Mikroorganismen. Die drei Gruppen befinden sich miteinander in einem Milieu. Je nachdem wie groß jeweils der Anteil der drei Gruppen an der Gesamtpopulation von Mikroben ist, ergeben sich unterschiedliche Folgen und Merkmale für das Milieu. Das erwähnte negative Milieu, welches wir aktuell in vielen Böden finden, entsteht durch einen zu hohen Anteil an krankheits- und fäulnisbildenden Mikroben im Vergleich zu den aufbauenden Mikroorganismen. Da die opportunistischen Mikroorganismen immer von der Seite angezogen werden, die in der Überzahl ist, unterstützen sie die krankheits- und fäulniserregenden Bakterien zusätzlich. Die Folge ist ein Milieu, das anfällig für Krankheiten, Schwäche und Fäulnis ist. Leider ist die Pflanzenqualität immer nur so gut, wie der Boden, auf dem sie wachsen. Um mit den schwächlichen, anfälligen Pflanzen doch noch einen guten Ernteertrag einfahren zu können, werden noch mehr Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt – ein Teufelskreis, der Boden immer weiter degradiert.

Effektive Mikroorganismen sollen dabei helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. EM-Lösungen enthalten ausschließlich aufbauende Mikroben. Durch deren Zugabe zu den schon im Boden vorhandenen positiven und neutralen Mikroorganismen kann wieder ein positives Milieu von Wachstum, Gesundheit und Regeneration erzeugt werden.

EM bieten in der Bodenverbesserung diverse Vorteile: da sie nicht direkt auf die Pflanzen, sondern auf den Boden wirken, bilden Pflanzen keine Resistenzen gegen sie aus. Sie werden jedoch gestärkt, ihre Frucht- und Blütenbildung wird verbessert, der Boden aufgelockert und damit auch die Wasserspeicherfähigkeit und Fruchtbarkeit erhöht.

Auch auf dem Kompost oder im Bokashi-Eimer kommen übrigens EM zum Einsatz, da sie den Zersetzungsprozess der organischen Abfälle beschleunigen.

 

Bentonit Pulver in Schale

© kazmulka / shutterstock.com

Bentonit

Das Tonmineral Bentonit wird meist als Mehl angeboten und besteht aus verwitterter Vulkanasche. Vielversprechende Wirkung erzielt es vor allem auf leichten sandigen Böden mit schlechter Wasserspeicherung. Wo Wasser im Boden schlecht gehalten wird, werden Nährstoffe, auch von Düngern, in tiefere Erdschichten ausgewaschen und stehen den Pflanzen nicht zur Verfügung. Hier kommt Bentonit ins Spiel. Wegen seiner besonderen schichtartigen Struktur saugt es sich voll wie ein Schwamm und kann Wasser und auch darin gelöste Nährstoffe bei Bedarf an die Pflanzen abgeben.

Ähnlich wie Urgesteinsmehl fördert es die Bildung von Ton-Humus-Komplexen. Dazu muss das Bentonit auf sandigen Böden aber unbedingt in Kombination mit Kompost oder anderem organischem Material ausgebracht werden, denn Ton ohne Humus kann auch keine Ton-Humus-Komplexe bilden.

Was die Versorgung mit Nährstoffen angeht, fungiert Bentonit in erster Linie als Speicher für Nährstoffe aus anderen Quellen. Am wirksamstem ist es daher in Kombination mit Urgesteinsmehl, Terra Preta oder Komposterde.

 

Hühner im Außengehege des Hühnerstalls

Mist

Die Hinterlassenschaften von Pferden, Kühen und Schafen werden nicht nur in der Landwirtschaft im großen Stil zur Bearbeitung von Böden eingesetzt, sondern kommen auch im Garten vermehrt zur Anwendung. So gibt es zum Beispiel fertige Pflanzerden, die gezielt Pferdemist oder andere biogene Reststoffe beigemischt haben, um den Nährstoffgehalt der Erde zu erhöhen.

Besonders glücklich schätzen können sich die Gartenbesitzer, die gleichzeitig Hühnerhalter sind. Denn Hühnermist weist einen hohen Stickstoffgehalt auf und enthält außerdem viel Phosphat, Kalium und Kalzium (fördert das Pflanzenwachstum). Damit ist Hühnerdung der ideale Bio-Dünger! Gepaart mit mineralischer Hühnerstalleinstreu wird der Mist sogar noch wertvoller. Einstreu auf Basis von Diabas Urgesteinsmehl enthält nämlich wertvolle Mineralien und Spurenelemente, die Pflanzen stärken und sich positiv auf Blattgrün und Geschmack der Früchte auswirken. Gibt man den Hühnerdung samt mineralischer Einstreu auf den Kompost, wird die Rotte der organischen Stoffe durch die Mineralien beschleunigt. Gleichzeitig wird die künftige Komposterde angereichert und die enthaltenen Steinchen machen die Komposterde zusätzlich locker und luftig. Eine Win-Win-Situation für alle Hühnerbesitzer.

 

Brennnesseljauche wird mit Holzstock gerührt

© fotoliaanjak / stock.adobe.com

Pflanzenjauche

Seit langem bewährt haben sich auch Pflanzenjauchen als alternative natürliche Dünger. Am verbreitetsten ist wohl Brennnesseljauche, die ganz einfach und nahezu kostenlos angesetzt werden kann. Ein Rezept für Brennnesseljauche haben wir in einem weiteren Artikel für dich vorbereitet. Brennnesseljauche enthält viel Stickstoff, Kalium und Kieselsäure (macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Insekten und Pilzen). Neben ihrem Einsatz als Bio-Dünger kann Pflanzenjauche auch als Schädlingsabwehrmittel eingesetzt werden. Wird der Pflanzenjauche beim Ansetzen Urgesteinsmehl beigemischt, bindet das zum einen den unangenehmen Fäulnisgeruch, der bei der Gärung entsteht. Zum anderen wird die Jauche dadurch mit Mineralien und Spurenelementen angereichert, die den ökologischen Dünger noch verstärken.

 

Rote Algen im Meer

© EllieStark / shutterstock.com

Algenkalk

Wie der Name vermuten lässt, besteht Algenkalk aus kalkhaltigen Korallenablagerungen von Rotalgen. Beim Algenkalk, auch als Rotalgenkalk oder Meeresalgenkalk bekannt, handelt es sich um einen langsam wirkenden Kalkdünger, der besonders auf leichten und mittelschweren Böden gut wirkt. Da er der Versäuerung des Bodens entgegenwirkt, hilft er auf übersäuerten Böden, den pH-Wert wieder auf einen gesunden Wert einzupendeln. Er besteht zu gut 80 % aus Calciumcarbonat. Da dieses nicht wasserlöslich ist, entfaltet der Algenkalk seine Wirkung eher langsam.

Noch bis vor wenigen Jahren wurde Algenkalk mit Hilfe von Saugbooten von aktiven Algenbänken gewonnen, was, wie man sich vorstellen kann, für Tiere und Ökosystem nicht besonders verträglich war. Heute ist diese Praxis verboten und der Algenkalk wird aus Millionen Jahre alten inaktiven Lagerstätten gewonnen.

Neben seiner pH-Wert hebenden Wirkung fördert Algenkalk die Aktivität von Mikroorganismen und verbessert die Wasser- und Sauerstoffhaltung des Bodens. Wegen der Kombination dieser beiden Wirkweisen wird er vor allem auf zu sauren Sandböden eingesetzt. Nicht geeignet ist er hingegen für Pflanzen, die sauren Boden mögen, wie Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Erikas, Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.

Algenkalk fördert die Bildung von Ton-Humus-Komplexen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Denn bei der Verwendung von Algenkalk besteht die Gefahr der Überdosierung. Obwohl Algenkalk in der richtigen Menge die Bildung von Ton-Humus-Komplexen fördert, kehrt sich der Effekt bei Überdosierung um und die Humusbildung wird behindert. Kurzfristig bringt Algenkalk für die Pflanzen also einen Wachstumsboost, auf lange Sicht laugt er den Boden jedoch aus, da er nicht mehr in der Lage ist, Humus zu bilden. Das Problem der Überkalkung kennt man auch aus der Landwirtschaft: Wo intensive Kalkung jahrelang betrieben wurde, waren zwar die Ernten der ersten Jahre vielversprechend, auf Dauer schadeten sie dem Boden aber. Bodenproben und die richtige Dosierung sind daher sinnvoll, bevor man Algenkalk einsetzt.

 

Pflanzenkohle auf Handfläche

© paroonkorn srichan / shutterstock.com

Pflanzenkohle

Indem Pflanzenteile, sogenannte biogene Reststoffe, durch Pyrolyse umgewandelt werden, entsteht Pflanzenkohle. Aufgrund ihrer porösen Struktur kann sie Wasser und Nährstoffe wie ein Schwamm speichern. Auch Mikroorganismen fühlen sich auf ihr pudelwohl, was das Bodenleben verbessert und den Humusabbau im Boden verlangsamt. Vielen Gärtnern dürfte Pflanzenkohle durch ihre Verwendung in klassischer Terra Preta sein, einer besonders fruchtbaren schwarzen Erde, deren Herstellung auf die Ureinwohner des Amazonas-Gebiets zurückgeht.

Entscheidend für die Wirksamkeit zur Bodenverbesserung ist, dass die Pflanzenkohle vor Einbringung in den Boden geladen, also mit Nährstoffen versorgt werden muss. Das ist zum Beispiel durch die Vermischung mit Kompost, Mist oder Pflanzenjauche möglich. Wird Pflanzenkohle dem Boden pur, also ungeladen untergemischt, wirkt sich ihre Schwammfunktion in negativer Richtung aus: die Kohle zieht dann alle Nährstoffe aus der Erde an sich und bindet sie, sodass die Nährstoffe den Pflanzen entzogen werden. Lediglich bei überdüngtem Boden kann ungeladene Pflanzenkohle hilfreich sein. Geladene Pflanzenkohle hingegen ist bereits gesättigt und kann so die gespeicherten Nährstoffe bei Bedarf an die Pflanzen in ihrer Umgebung abgeben.

Für größere Flächen zum Beispiel in der landwirtschaftlichen Nutzung kann Pflanzenkohle mit Urgesteinsmehl mineralisiert werden und so den Boden in Kombination mit Mist, Gülle oder Kompost verbessern.

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