Was Sie längst über Urgesteinsmehl wissen wollten

Einsatz und Wirkung von Urgesteinsmehl im heimischen Garten

Zugegeben: Spannend ist der Begriff "Urgesteinsmehl" nicht. Wohl aber das Potenzial, das in Produkten mit dieser Bezeichnung steckt! Welche Möglichkeiten sich für den Einsatz im heimischen Garten erschließen, bringt Ihnen dieser Blogbeitrag näher.

Hilfsstoff für den Boden

Wie der Name schon sagt, ist Gesteinsmehl fein gemahlenes Gestein wie Diabas, Basalt oder anderes Lavagestein. Was es so wertvoll macht, ist die feine Vermahlung. Die im Mehl enthaltenen Spurennährstoffe wie z.B. Zink, Mangan und Molybdän können so freigesetzt werden und stehen den Pflanzen zur Verfügung. Dabei enthält Urgesteinsmehl anders als konventionelle Düngemittel kaum Stickstoff, Phosphor oder Kalium. Es ist also kein Dünger, wohl aber ein für die Pflanzenernährung enorm wichtiger Bodenhilfsstoff. Es fördert die Bildung von fruchtbarer Erde und kann zur Gesundung ausgelaugter Böden beitragen. Zugleich sorgen die Mineralien für besseres, stärkeres Wachstum im Obst- und Gemüseanbau. Und widerstandsfähiger werden die Pflanzen ebenfalls.

Ton-Humus-Komplex heißt die Lösung

Indem man Steinmehl in die Erde bringt, reichert man sie mit mineralischen Bestandteilen an. So gibt man je nach Gesteinsart dem Boden beispielsweise Feldspäte, Quarz, Tonminerale und anderes mehr zu.
Durch die Hilfe von Bodenlebewesen wie Mikroorganismen, Würmern, aber auch Wasser und Verwitterung können die organischen und die anorganischen Bestandteile des Bodens miteinander verbunden werden. So entstehen die wertvollen so genannten Ton-Humus-Komplexe. Die wiederum lassen Nährstoffe an sich haften und speichern sie in für die Pflanzen verfügbarer Form. Erst gute Ton-Humus-Komplexe bewirken also, dass in Ihrem Garten so richtig was wächst. Zugleich verbessern sie neben der Nährstoffbereitstellung die Wasserhaltung und die Bodenlüftung.

Möglich wird das durch physikalische Vorgänge: Die so genannten Tonminerale sind, ebenso wie viele organische Humusbestandteile, an ihrer Oberfläche negativ geladen. Positiv geladene Calcium- und Magnesium-Ionen können als Brücken wirken und die beiden Komponenten so zusammenbringen. Diese Verbindung aus organischen und anorganischen Teilchen sind die Grundbausteine eines jeden fruchtbaren Bodens. Sie können die positiv geladenen Haupt- und Spurennährstoffe in pflanzenverfügbarer Form speichern. Gleichzeitig sorgen Sie durch Ihre räumliche Struktur dafür, dass Wasser gespeichert und der Boden durchlüftet wird.

Basisch oder sauer?

Freilich spielen für erfolgreiches Gärtnern noch mehr Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel entscheidet der vorhandene (oder gewünschte) pH-Wert ebenso darüber, welches Steinmehl zum Einsatz kommt, wie die zu fördernde Flora. Es gibt verschiedene Steinmehle für unterschiedliche Bodengegebenheiten. Für stark basische Böden ist eher neutrales bis saures Mehl geeignet, für saure Böden basisches. Auch auf die bereits vorhandene Mineralisierung des Bodens kommt es an: So gibt es zum Beispiel zinkarme und zinkreiche Böden - genauso auch entsprechende Steinmehle. Hier ein kurzer Überblick:

Diabas Urgesteinsmehl regeneriert stark beanspruchte Böden und stabilisiert normale Böden. Durch die Bereitstellung von Tonmineralen sowie Calcium- und Magnesiumionen wird eine Festigung der Ton-Humus-Komplexe sowie eine günstigere Wasserhaltung bewirkt. Pflanzen werden widerstandsfähiger und das Bodenleben wird biologisch unterstützt und aktiviert. Diabas Urgesteinsmehl ist bei regelmäßiger Anwendung optimal, um den Boden mit Calcium, Magnesium und Eisen zu versorgen, was auch für die Blattgrünung notwendig ist. Diabas-Urgesteinsmehl versorgt die Pflanzen mit genügend Spurenelementen, die auch für die menschliche Nahrung lebensnotwendig sind. Granitisches Gesteinsmehl ist im Vergleich sauer und wird daher gern auf stark basischen Böden eingesetzt. Basalt- und Lava-Gesteinsmehl sind ähnlich dem Diabas leicht basisch und ebenso gut geeignet für anspruchsvolle Kulturen oder Pflanzen.

Eine Sonderrolle nehmen Gesteinsmehle aus Zeolith ein. Der schwammartige Zeolith ist ein Mineral, welches durch die Umwandlung vulkanischer Ablagerungen unter hohen Temperaturen entstanden ist. Aus seiner porösen Gerüst-Struktur mit enormer Oberfläche und hoher Ionenaustauschkapazität erklärt sich das Wasserspeichervermögen und die Eigenschaft, Nährstoffe im Boden halten zu können. Zeolith eignet sich aufgrund der mikroporösen Beschaffenheit auch zum Entgiften von Böden, ja kann sogar Schwermetalle und radioaktive Teilchen an sich binden. Zeolith wurde beispielsweise in Tschernobyl und Fukushima eingesetzt.

Die Ausbringung im Garten

Die wohl herkömmlichste Methode, das gewählte Gesteinsmehl im Garten auszubringen, ist das Streuen von Hand. Achten Sie dabei auf möglichst wenig Staubentwicklung und tragen Sie ggf. vorbeugend einen Atemschutz. Bodennah streuen lässt sich mit einem fein einstellbaren Streuwagen. In Beeten oder sonstigen offenen Böden (ohne Grasnarbe) harken Sie das Urgesteinsmehl am besten in die Erde ein.

Um Staubentwicklung zu vermeiden, können Sie das Steinmehl auch mit etwa zehn Prozent Wasser befeuchten. Dann lässt es sich jedoch schwerer streuen. Alternativ kann man es auch in Wasser einrühren, was zugleich auch für Pflanzenjauche gilt, deren Geruch dadurch zusätzlich gebunden wird (wie Sie Brennnesseljauche ganz einfach selbst herstellen können, lesen Sie in unserem Blog). Noch eine Möglichkeit ist die Einbringung als Kompostbeschleuniger und das Einarbeiten des fertigen Komposts in den Gartenboden bzw. die Beete. Auf diese Weise gewinnen Sie Ihren Kompost deutlich schneller und mineralisieren die organische Masse. Während Sie beim Kompost nicht mehr als zehn Prozent Gesteinsmehl zugeben sollten, sollte man bei direkter Gabe von feinem Urgesteinsmehl die 300 Gramm je Quadratmeter nicht überschreiten. Sie können zwar nicht überdüngen, weil es schlichtweg kein Dünger ist. Wiederholte Gabe und damit nachhaltige Anwendung bringt jedoch mehr Erfolg.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Gesteinsmehl ist ein sehr gutes Mittel zur Schneckenvergrämung. Wenn man einen mindestens fünf Zentimeter breiten Streifen streut, dient er als natürliche Barriere für die lästigen Vielfraße.

In einem ersten Feldversuch hat es sich auch als gutes Verbissschutzmittel gezeigt. Man rührt eine möglichst zähe Paste aus Tapetenkleister und Urgesteinsmehl an (rund 1:10) und streicht damit die Triebe ein. Es ist als zusätzlicher Bitterstoff Gerbsäure empfehlenswert (Tannin aus der Apotheke).

Zur Bekämpfung von Blattläusen und anderen Schädlingen ist Steinmehl ebenfalls geeignet. Dazu gibt man es in eine Puderflasche und bestäubt damit die befallenen Pflanzen oder Blätter. Das Mehl trocknet die Insekten aus.

Blattläuse mit Urgesteinsmehl bestäuben

Gängig ist als Alternative zur Kalkbrühe auch der Baumanstrich mit Urgesteinsmehl. Neben dem Schädlingsschutz bewirkt man so auch eine Mineralisierung des Umfeldes um den Stamm, denn schließlich fällt das Mehl im Lauf der Zeit durch Regen und Verwitterung auf den Boden um den Baum. Wie Sie einen Baumanstrich mit Urgesteinsmehl ganz einfach selbst herstellen können, zeigen wir Ihnen in unserem Blog.

Nun wünschen wir Ihnen viel Erfolg und Freude bei der Anwendung dieses wertvollen natürlichen Produkts.

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